Whats the Story - der Fotografie-Podcast

Whats the Story - der Fotografie-Podcast

Der Fotografie-Podcast, bei dem es um die Geschichten hinter den Fotos geht.

Transkript

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00:00:01: Und damit herzlich willkommen zu What's The Story, dem Fotografie-Podcast bei dem es um die Geschichten hinter den Bildern geht.

00:00:26: Episode onehundert, zweiunddreißig, eins drei zwei... schön dass ihr Wieder dabei seid, ich hoffe ihr hört fleißig zu.

00:00:36: Ich hoffe ihr macht es euch gemütlich.

00:00:38: vielleicht geht ihr gerade eine kleine Hunde Runde oder ihr seid mit der Kamera unterwegs.

00:00:43: Fühlt euch inspiriert wenn ihr Zuhause seid.

00:00:45: macht euch einen Tee in Kaffee holt euch ein Glas Wasser und Lauscht diesen Klängen.

00:00:50: sie sind ins C-Dur oder D-Moll?

00:00:52: Ich weiß es nicht.

00:00:53: auf jeden Fall bin ich nicht alleine Sondern habe heute wieder Ein Gast was Ihr vielleicht schon an der folgen Beschreibung Oder am folgen Titel gesehen habt.

00:01:03: Mein Gast heute ist Janis Matar und das Verrückte an der Geschichte, ich glaube da sage auch einigermaßen häufig.

00:01:10: Wir sind eigentlich schon seit zwei Jahren vielleicht sogar noch länger verabredet zu einem Podcast und irgendwie kam immer das Leben dazwischen zuletzt einen Kreuzband-Riss bei dir, Janis aber du bist irgendwie am Büro gefesselt.

00:01:27: jetzt kommst Du nicht weg!

00:01:28: Jetzt sind wir da und jetzt sprechen wir.

00:01:30: schön dass Du da bist.

00:01:31: Hi

00:01:32: Hi, freut mich dass ich da sein darf und ja ist jetzt.

00:01:35: Ich kann nicht weglaufen ist schneller als ich.

00:01:38: egal was bei dir los ist du bist schneller als sich gerade deswegen.

00:01:42: Aber nein, ich habe mich da sehr gerne jetzt einholen lassen von dir.

00:01:45: Sehr gut wir beiden alten Männer haben im Vorfeld grade schon über unsere Verletzungshistorien gesprochen.

00:01:53: Das ist heute nicht der Krücken Podcast.

00:01:55: Ich hoffe dir geht's gut.

00:01:56: Ich hoffe deinen Knie, das kommt wieder zu Stabilität und du bist bald im wahrsten Sinne des Wortes auf den Beinen.

00:02:04: Ja, das wird schon... Ich habe auf jeden Fall gemerkt, als ich im Krankenhaus lag, hat es mich extrem in den Fingern gejuckt Bilder machen zu wollen vielleicht gerade weil ich bewusste, gut jetzt gerade ist schwierig.

00:02:15: Wobei doch!

00:02:15: Ich hab tatsächlich ein paar Bilder von mir selbst gemacht.

00:02:17: Ich wollte unbedingt einen Krankenhaus-Spiegelselfie in dieser wunderschönen MP Hämtchen von mir machen.

00:02:22: Deswegen ich habe sogar fotografiert aber bis ich wieder das mache was ich sonst immer gemacht habe.

00:02:28: Da brauche ich vielleicht noch ein, zwei Tage!

00:02:31: Ich hab direkt zwei Assoziationen die mir gerade in den Kopf schießen wenn wir hier rüber sprechen.

00:02:36: Die erste ist Wie viel Scham hat einen Krankenhauszimmer?

00:02:41: Ich bin ziemlich sicher du bist privat versichert und hast ein Einzelraum mit wirklich großem Fernseher.

00:02:47: und dies das wie sehr ähnelt ein Krankenhaus Zimmer einem Hotelzimmer?

00:02:55: Es ist praktisch dasselbe, nur ein bisschen anders geschmückt.

00:02:59: Beides besticht ja durch maximale Anonymität und wechselnde Bewohner mit wechselnden Geschichten und Wegen die sie dahin geführt haben.

00:03:11: Und wie so ein Hotelszimmer ist auch ein Krankenhauszimmer Ein Ort wo dann diese Anonymittat auf absolute Intimität trifft weil du ja da in einer sehr verletzlichen Situation bist.

00:03:25: ans Verletzlich als es auf meinen Bildern aber trotzdem sehr verletzlich auch.

00:03:29: Auch ich hatte nicht viel an, also das ist noch eine Kompensamkeit in der Zukunft.

00:03:34: Aber es ist tatsächlich ist tatsächlich so dass es relativ relativ ähnlich ist und Ich muss sagen ich finde auch so ein ich fit aus so einem Krankenhauszimmer hat für mich so einen ästhetischen Reiz.

00:03:46: ich würde da vermutlich jetzt keinen kranken neues anfragen um mein Shooting in einem Hotel in einem kranken Bett Zimmer dazu machen.

00:03:53: Es wäre dann doch arg pietätlos.

00:03:56: Aber so die Faszinationen, Krankenhäuser oder diese Geschichten und auch von... Das ist mitbekommen von anderen Fotografen, die beispielsweise die letzten Tage Momente von Familienangehörigen irgendwie festhalten wollen in einem Hotel.

00:04:14: Ich bin natürlich aufgereicht im Krankenhaus des ... ich kann schon verstehen dass das auf eine gewisse Weise fasziniert und so eine Anziehungskraft hat Jeden fall

00:04:24: total.

00:04:25: ich habe ja tatsächlich im vergangenen november sehr viel in kranken speziell in einem kranken haus in garna in akra fotografiert.

00:04:35: da hatte ich tatsächlich überhaupt keine weibs in richtung boah das ist jetzt hier eine superkulisse oder so sondern da ging es ja darum dass kleine kinder kleinst Kinder am herzen operiert wurden.

00:04:47: und natürlich kannst du da auch wahnsinnig intensive geschichten erzählen aber die Erzählen halt einfach erstens die Geschichte von maximaler Verletzlichkeit, denn da liegt dann ein drei Monate altes Baby oder zwei Jahre altes Kind das dann am Herzen operiert wird.

00:05:06: Und es erzählt die Geschichte aber auch von Hoffnung und von Zukunft weil die Kinder, die operiert wurden haben eine Zukunft vor sich Das Glück, dass sie operiert wurden.

00:05:19: und das habe ich versucht so ein bisschen über diese Bilder auch zu erzählen.

00:05:23: Das war jetzt weniger ästhetisch oder so wie du sagst anonym mit tausend anderen Fantasie an regenden Momenten sondern da ging es tatsächlich eher um Gesundheit und das Leben an sich.

00:05:38: Ja, das ist natürlich nochmal ganz anderer Schlag.

00:05:42: Die Art, also der Grund, der einen in so einem Zimmer führt.

00:05:45: Egal ob es jetzt Hotel ist oder Krankenhaus oder egal wohin.

00:05:48: Der ist natürlich komplett entscheidend dafür was das in einem auslösen kann soll darf muss was auch immer.

00:05:57: Ist ja auch wenn man geht dann auch in einer Situation wie du gehst du ja auch mit einer ganz anderen... Ja mit einem anderen, ich hasse Anglesismen und mit einem andere Mindset irgendwie rein Wie bei meiner OP, der reinkomme.

00:06:08: Dann bin ich vor allem neugierig, weil ich lag noch nie im Krankenhaus.

00:06:10: Ich finde das relativ faszinierend.

00:06:11: Bin aber auch ein bisschen aufgeregt und weiß aber gut es wird mir nichts passieren, denn es geht nicht um Leben und Tod.

00:06:17: Aber wenn's um Herz-OP ist oder so immer, bei kleinen Kindern Säugling

00:06:22: usw.,

00:06:22: da geht es natürlich direkt die Ausgangslage so maximal unterschiedlich.

00:06:26: Da gehts dann relativ wenig um Neugier.

00:06:28: Da gibt's einfach nur darum möglichst viele Menschenleben irgendwie retten zu können.

00:06:31: Das ist natürlich ein ganz... Ich muss sagen, ich find das sehr beeindruckend dass du sowas fotografierst.

00:06:36: Ich hab früher auch immer von mir gedacht, dass ich mal so was machen würde.

00:06:39: Aber spätestens seit nicht selbst ein Sohn habe ... Es ist unfassbar!

00:06:46: Wenn ich Videos Bilder sehe von Kindern die leiden... Ich kann mir das nicht mehr angucken.

00:06:52: Da muss ich sofort ausschalten.

00:06:56: Das macht meinen Magen und meine Gefühlswelt macht es gar nicht mit.

00:07:00: Das ist das Normalste der Welt?

00:07:03: los eines Elternteils oder von uns Eltern, dass genau das passiert.

00:07:08: Das ist offensichtlich in der DNA, in der Natur, die Dinge, dass wir bei solchen Dingen dann Probleme bekommen, um es anzuschauen und ich finde das auch gar nicht schlimm weil's irgendwie einfach zeigt wie empathisch und mit fühlend man offensichtig ja auch ist.

00:07:27: so Ich hätte das auch nicht erwartet.

00:07:31: Sache fotografieren darf und da am Ende auch noch ein Buch raus entsteht.

00:07:34: Aber ich kann dir auch eine Sache sagen, das erzähle ich dann immer gerne wenn wir über das Buch sprechen die Szenen im OP selbst also im Intensiv-OP wo dann wirklich am Herzen operiert wird und tausend Apparate laufen und überall piept es und blinkt ist und Es ist schon ne angespannte Situation hat mich überhaupt gar nicht wieder mental noch psychisch belastet und auch emotional nicht mitgenommen, weil der kleine Mensch, der da auf dem OP-Tisch liegt, der es so maximal abstrahiert.

00:08:07: Weil alles wirklich alles ist... Müsst man hier eigentlich jetzt in Triggerwarnung vorschauen?

00:08:13: Nein wahrscheinlich nicht!

00:08:14: Also das ist alles so abgedeckt und wenig sichtbar dass für mich nie dort Die Verbindung war, da liegt jetzt ein kleines Kind.

00:08:29: Sondern es war immer ... Da sind Ärzte, die machen ihren Job und das machen sie gut.

00:08:33: Und dann ist das irgendwann fertig.

00:08:36: Emotionaler war's für mich viel mehr als ich einen Kind im Aufwachraum auf der Intensivstation gesehen habe.

00:08:45: Ein kleines Mädchen, die angefangen hat weil die Narkose schwächer wurde und sie die erste war, die operiert wurde und damit auch die erste, die wieder aufgeweckt wurde.

00:08:55: langsam Als die Narkose nachließ, fing sie an tatsächlich so zu singen und ein bisschen an tausend Apparaten angeschlossen trotzdem zu tanzen.

00:09:05: Und das kam für mich so komplett aus dem Nichts weil ich stand daneben und habe gerade ein paar Fotos gemacht und an ihrem Fußende lag ein orangutern Kuscheltier Das berühmte orangutan kuschelt hier von Ikea.

00:09:20: Das haben meine Kinder auch und das hat mich so umgehauen in dem Moment Weil dieses kleine Mädchen hat einfach wieder gesungen und war so eine unschuldige Fröhlichkeit, obwohl sie an tausend Apparaten angeschlossen war.

00:09:34: Und ich wusste ihr wird's gut gehen!

00:09:38: Das hat mich so umgehauen.

00:09:39: Ich habe mich erst mal zehn Minuten hinsetzen müssen und es liefen auch ein paar Tränen weil das so berührend war in dem Moment und so intensiv tatsächlich.

00:09:49: Ich wollte nämlich gerade gefragt haben ob du auch irgendwie Mechaniken für Kompensation, Aufbereitung in dem, in dem Szenario selbst heißt mal klar wenn man von so einer Reise zurückkommt dann hat man natürlich plötzlich relativ viel Raum um sich damit auseinanderzusetzen was man da gesehen hat und fotografiert hat.

00:10:10: Aber in den Momenten selbst wenn man sowas miterlebt braucht man ja vielleicht auch zwischendurch mal die zehn, fünfzehn Minuten um ein bisschen wieder... runterzufahren und vielleicht ein bisschen desensibilisieren, bevor man sich dem wiedergeben kann.

00:10:24: Ich weiß ich hatte in meinem Podcast mal mit einem Kriegsfotografen gesprochen der mir auch erzählte das ist bei ihm so gewesen.

00:10:31: Er hat in einer Schule fotografiert, auch im Kriegsgebiet und schalt

00:10:35: mich

00:10:36: also irgendwie so Endstufe von dem was man so Schlimmes ablichten kann quasi.

00:10:43: Und er hat mir auch erzählt er macht dann seinen Job und macht seine Bilder geht in den leeren Klassenraum nebenan, holt zehn Minuten wie ein Schlosshund und danach abwischen oder weitermachen.

00:10:58: Also größten Respekt habe ich vor sowas

00:11:01: absolut.

00:11:01: also das ist auch etwas... Und das kann ich auch nicht miteinander vergleichen.

00:11:06: Ich weiß sehr wohl was es auf der einen Seite für eine privilegierte Situation ist dass sich das überhaupt miterleben darf und machen darf und auf der anderen Seite weiß ich Das ist jetzt kein Krisengebiet, in dem ich bin.

00:11:22: Und hier geht es zwar um Leben und vielleicht auch ein bisschen um Tod aber vor allem geht es darum einen Routine-Eingriff fortzuführen der in Europa wirklich kein großer Schnack isst.

00:11:35: Klar wir reden über eine OP im offenen Herzen Aber Wir Reden Über Wirklich Routine Eingriffe Die die Ich will nicht sagen am Fließband gemacht werden Aber Die Häufig gemacht Werden und Wo eher selten Dinge passieren, die schlimm sind.

00:11:51: Das war für mich dann auch einfacher das zu verarbeiten weil klar gehen wir in eine Operation und zwei von drei Operationen laufen schief oder so.

00:12:03: Dann reden wir über einen ganz anderen Schnack.

00:12:05: Dann hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht wenn die Quote so schlimm wäre.

00:12:08: Weil das kann ich auch nicht.

00:12:10: aber ich wusste jeden Moment den ich dort war, es geht um die Zukunft dieser Kinder und ohne diese okay hätten sie keine Zukunft.

00:12:19: Und das sind Ärztinnen und Ärzte, die das tagtäglich machen, Spezialisten, die dort sind.

00:12:24: Das hat mir geholfen, das Ganze gar nicht so negativ mich negativ berühren zu lassen.

00:12:32: Was du gerade gesagt hast mit Kriegsfotografen und Fotografinnen... Ich habe gerade auf meiner Playlist auch diesen tollen Film mit.

00:12:39: Wer ist es?

00:12:39: Die Schauspielerin, der Film heißt auf jeden Fall die Fotografin.

00:12:43: Da gibt es eine ARD-Mediathek, habe ich auf meiner Playlist relativ weit oben.

00:12:48: aber da muss man irgendwie auch die Mousse zu haben den dann gucken zu wollen und zu können.

00:12:54: Ja das ist Cat Winslet glaube ich oder?

00:12:57: Ja stimmt genau!

00:13:00: Stimmt und hab' ich auch vor ein paar Monaten mal gesehen.

00:13:05: Fand ich schon... Also was ist auf jeden fall relativ intensiver, fand ich.

00:13:11: Und ja auch die... Vor allem wenn man sich die Geschichte dahinter halt anschaut von dieser Fotografin, von dieser lieben Melodie als Model kein Bock mehr hatte auf Oberflächlichkeit und dann gesagt hat so jetzt fotografiere ich Krieg.

00:13:23: also richtig richtig beeindruckend und krasse Geschichte lohnt sich auf jeden Fall sehr, sich den anzugucken.

00:13:31: aber man braucht da einen Moment Ruhe.

00:13:34: das ist nichts was man irgendwie sich abends anmach, wenn man irgendwie den anstrengenden Tag hat und einfach ein bisschen ausspannen will.

00:13:40: Das ist schon ein bisschen intensiver.

00:13:42: Ja eben weil du auch gerade richtig sagst es ist halt autobiografisch.

00:13:46: also es ist eine echte Geschichte am wahren Leben.

00:13:48: so selbst ausgedachte Fantasiegeschichten sind ja häufig so gut dass man irgendwie einen Moment braucht.

00:13:55: aber das ist die Realität.

00:13:57: Aber lass uns nicht über Krieg reden.

00:14:00: Ich wollte dir noch eine zweite Assoziation mitgeben, wir sind trotzdem im kulturellen Bereich denn als ich vollen Krücken gesagt habe kam mir direkt und du gesagt hast so du bist so langsam und sowas, da kam mir die Assoziation.

00:14:16: das Fenster zum Hof.

00:14:18: kennst du es?

00:14:19: Ja ja

00:14:21: Da sitzt der Janis, sitzt dann da mit seiner Kamera an dem Fenster.

00:14:25: Kann sich nicht viel bewegen, guckt die ganze Zeit in den Kölner Hinterhof und fotografiert alle Leute, die da eventuell den Müll grad rausbringen... ...und dann nachts kommt jemand mit einem Spaten!

00:14:42: Das hatte mir tatsächlich irgendjemand geschrieben.

00:14:44: auf irgendeine dieser, ich kann mich nicht bewegen und sitze im Krankenhaus, es hatte irgendwann mal geschrieben.

00:14:48: Oh für Hitchcock wäre das jetzt ein ganz spannendes Szenario.

00:14:51: So

00:14:51: genau!

00:14:52: Also nee also das sehe dich gucke ich bei mir auch gar nicht mehr auf irgend einen Kölner Hinterhof sondern ich gucke wo der jetzt in der Kölne Vorstadt entfrechen und gucke einfach nur auf die Kaninchen unseren Garten.

00:15:03: Die machen relativ wenig spannende Dinge.

00:15:05: also diese niedlich und alles.

00:15:06: aber Da kommt glaube ich nicht, ist nicht so das Potenzial für spannende Stories.

00:15:12: Es gibt ein sehr gutes Buch was sich geliebt habe Watership Down heißt das, wo es heute voll der Kulturpodcast ist.

00:15:19: Das haben wir glaube in der entweder noch in der Grundschule oder in der fünften oder sechsten Klasse gelesen.

00:15:25: Junge da hab' ich Tränen geholt bei dem Buch und das is auch eine wirklich tolle Geschichte Da geht es um Kaninchen.

00:15:32: Aber lasst uns jetzt nicht weiter über Krieg und Kultur reden, wobei irgendwie reden wir auf jeden Fall doch ja über Kultur.

00:15:40: Wir reden schon aber seit fünfzehn Minuten und wissen eigentlich noch gar nicht mit wem wir so richtig reden.

00:15:47: Und das erinnert mich an unser erstes Aufeinandertreffen in echt sozusagen.

00:15:52: Das war beim Kameradieler bei der Weihnachtsfeier vor drei Jahren?

00:15:59: Zwei Jahren!

00:16:00: Ja zwei Jahre.

00:16:01: Genau.

00:16:01: Das war in Köln, in den High End-Studios auch eine coole Photo Location, cooles Fotostudio die auch Podcast anbieten und am Abend durften wir uns einfach so hinsetzen und Podcast aufzeichnen Und du saß dort zusammen mit Lukas der auch hier bei uns schon zu Gast war.

00:16:21: Liebe Grüße und Trägi Auch der war hier schon zu gast.

00:16:25: liebe Grüße.

00:16:26: Ich hab mich dann reingesniegt und wir haben dann irgendwie ne halbe Stunde miteinander gesprochen.

00:16:31: Hast du das eigentlich irgendwann mal irgendwo veröffentlicht?

00:16:34: Ich hab' das tatsächlich nie irgendwo veröffentlichet.

00:16:36: Ich weiß, dass ich mich irgendwann dran gesetzt habe und dann irgendwann relativ entnervt aufgegeben hab', weil Trägge immer soweit vom Mikrofon weg saß, bis er in den Kauen gehört hat... Und ich irgendwann gesagt, boah ne, ich mach das später!

00:16:49: Ich hab ja jetzt keinen Lust da irgendwie mit dieser Spur rumzuspielen.

00:16:52: Und dann hab' ich's aber nie mehr gemacht Und fand es aber auch gar nicht schlimm, weil auch wenn man so was aufzeichnet und das natürlich ganz toll ist.

00:17:00: Wenn man sowas teilen kann und du hast ja auch irgendwie daraus zumindest für Social irgendwas gezogen, finde ich ist doch das schönste an dieser ganzen Podcasterei der Moment in dem er mit den anderen Leuten spricht.

00:17:12: also so gerne ich das dann auch teile Aber hauptsächlich mache ich das hier auch immer für mich, weil mich das interessiert mit den Leuten zu schnacken mein Gespräch zu führen, den ich fünf Minuten von einem Black Ops Handy unterbrochen werden.

00:17:27: Dementsprechend war ich da ganz egocentrisch und habe gesagt nur das behalte ich erst mal für mich und meinen Kopf.

00:17:33: Ja und es waren wirklich toller Abend für einen guten Zweck damals.

00:17:38: Arzt Meet Education.

00:17:41: liebe Grüße auch an die Kollegen.

00:17:44: Da gab's viele Spenden für viele Lose die man kaufen konnte für dieses tolle Projekt wo Kinder mit ihrer eigenen Fotografie ihre Schule finanzieren.

00:17:54: Die habe ich schätzen gelernt an dem Abend, das war eine coole Vibe so auch musiktechnisch.

00:18:00: und dann eben diese Situation in diesem Podcaststudio, diese Podcastsituation denke ich super viel und super gerne dran zurück weil es eben auch so drei vier Leute da waren die alle irgendwie diese unglaubliche Leidenschaft zur Fotografi haben.

00:18:17: also das war wirklich ein ganz toller Moment da in diesem Studio fand ich.

00:18:23: Ja, hat auf jeden Fall... Hat auf jedenfall Bock gemacht einfach mal frei von der Leber weg irgendwie ohne festes Thema, ohne Agenda irgendwie einfach ein bisschen zu quatschen.

00:18:31: und Sebastian und Lukas sind ja auch beides sehr angenehme Gesprächspartner muss man eher sagen.

00:18:35: Voll!

00:18:36: Genau.

00:18:37: Und du bist auch ein angenehmer Gesprächspartner und deshalb stellen wir dich einmal kurz vor bzw mach doch mal ganz kurz so einen Zweisetzer wer du eigentlich bist was du machst Wieso man dich vielleicht kennen könnte oder sollte?

00:18:54: Okay, okay.

00:18:54: Mache ich zwei Sätze gar nicht so einfach, aber das kriege ich denn also.

00:18:58: Ich bin Janis Matar.

00:19:00: Ich bin sowas ähnliches wie Fotograf.

00:19:02: Hab Fotograf hab das irgendwann mal studiert dachte Ewigkeiten.

00:19:05: Ich würde als Dokumentarmensch um die Welt reisen nur um jetzt dann doch hauptsächlich nackte Frauen in Hotelzimmern zu fotografieren und dass über diverse Kanäle und Medien zu veröffentlichen, um zu teilen.

00:19:18: Und vielleicht kennt der ein oder andere mein Podcast The Unlocked Times oder das Sprintmagazin mit dem gleichen Namen?

00:19:25: Oder hat auch schon mal einen Blick in das Buch Hotel Stories nein geworfen?

00:19:32: Darüber sprechen wir gleich ein bisschen intensiver also grundsätzlich über deinen Weg und auch Hotel Stories.

00:19:38: ich habe mich natürlich ein bisschen mit dir befasst und habe festgestellt du hast auf der einen Seite Psychologie studiert und dann abgebrochen.

00:19:48: Und dann bist du in den Journalismus gesteppt, das heißt also wir haben mindestens schon mal ein paar kleine Parallelen wie beiden.

00:19:57: nicht dass ich Psychologie Studiert habe aber Ich habe auch Einstudium was ich angefangen habe damals Germanistik auch abgebrochten und habe Aber immer auch Den Weg Journalismus Sportjournalismus einschlagen wollen und das auch geschafft und gemacht.

00:20:12: und trotzdem ist die größte gemeinsame Verbindung, die Fotografie.

00:20:17: Wie bist du über den Journalismus zur Fotografier gekommen?

00:20:20: Und warum glaubst du... ...ist das gar nicht soweit voneinander

00:20:26: entfernt?".

00:20:27: Also bei mir war es tatsächlich... also ich habe jetzt keine klassische... mein Opa hat mir irgendwann eine Kamera geschenkt und seitdem liebe ich denn scheiß Geschichte.

00:20:36: Bei mir war's tatsächlich eigentlich

00:20:39: halt kühl!

00:20:40: Ich hatte dieses Studium abgebrochen, weil ich es nicht ausgehalten habe einfach in einem Hörsaal zu sitzen und aufzupassen um mitzuschreiben.

00:20:48: Es hat meinen Gehirn nicht machen wollen.

00:20:51: das ist wahnsinnig geworden in dieser eintönigen Sitzen-und Aufpassroutine Und meine Eltern haben mir damals gesagt ja okay ist es ok?

00:21:00: Niemand muss beim ersten Versuch direkt den Treffer landen!

00:21:03: Ist vollkommen fein was auszuprobieren und festzustellen.

00:21:05: Das ist es nicht.

00:21:07: Aber wenn du das Studium abregst dann sitzt du natürlich jetzt nicht die nächsten acht Monate zu Hause und tust nichts.

00:21:13: Dann musst du dir schon was suchen, eine regelmäßige Beschäftigung damit das Jahr keine verlorene Zeit

00:21:17: ist.".

00:21:18: Und ich hab dann gedacht, okay, ich mag Journalismus ganz gerne, ich schreib ganz...

00:21:24: Ja?

00:21:25: Und habe dann gedacht ja gut, dann mach' ich einfach vielleicht ein Praktikum bei der Lokalredaktion von einer kleinen Zeitung bei uns in Belgien.

00:21:32: Hab glaube ich dem Chefredakteur in drei Wochen sieben Mails geschrieben bis er mir geantwortet hat.

00:21:39: Und dann habe ich halt angefangen, einen Praktikum zu machen und hab halt so diese kleinen Beiträge gemacht die jeder glaube ich im Journalismus angemacht.

00:21:49: Dann war hier also nicht der Jubiläumsfest vom Kaninchenzüchterverein so diese Art von Dingen.

00:21:59: Irgendwann hieß es auch ja kannst du eigentlich eine Kamera bedienen weil kannst du mal mitnehmen zu terminen?

00:22:03: Weil die natürlich nicht immer ihren Haus- und Hochfotografen mitschicken.

00:22:06: So das war... Heute noch viel weniger.

00:22:08: Auch schon vor zehn, zwölf Jahren gab es da keine für so was die goldenen Zeiten des Journalismus wo man weiß ich nicht für vier Monate auf Reportage geschickt wurde.

00:22:19: Für einen Artikel sind halt lange vorbei.

00:22:22: also habe ich angefangen ein bisschen zu knipsen und hab gedacht hey dieses Journalismus Ding macht voll Bock.

00:22:27: das konnte ich mir mega gut vorstellen.

00:22:30: Und vielleicht wenn ich das schreiben mit dem fotografieren verbinde könnte ich ja so eine art Zettungsallzweckwaffe sein und habe tatsächlich dann beschlossen ja gut, aber dann studiere ich doch einfach Fotografie.

00:22:42: Weil ich wusste, ein theoretisches Studium liegt mir einfach nicht.

00:22:45: Das schaff' ich nicht!

00:22:47: Also nicht von der mentalen Kapazität sondern einfach von der Aufmerksamkeit her will ich nicht.

00:22:51: Und da bin ich halt in die Kunsthochschule gegangen... ...und hab da angefangen Fotografien zu studieren.

00:22:57: Hab mich aber witzigerweise auch nicht mit einem Presse-Portfolio beworben weil ich damals in meiner eingeschränkten Sicht dachte Fotografie ist ja eigentlich nur portrait.

00:23:08: Das war so in meinem Kopf, war das relativ klein drin, obwohl ich ja was anderes gemacht hatte vorher.

00:23:13: und dann habe ich dann halt irgendwelche bekannten Freundinnen usw.

00:23:18: befragt und hab mit denen Bilder gemacht.

00:23:21: Und ich weiß noch ganz genau da kann mich bis heute daran erinnern an diesen sehr unangenehmen Moment wo ich bei der Aufnahmeprüfung saß, bei der Kunsthochschule und der Prüfer vor mir, der auch später einer meiner Professoren wurde also meine Mappe durchgeblättert hat.

00:23:36: Und zu mir sagte, ja handwerklich auf jeden Fall gut darauf kann man aufbauen.

00:23:43: Inhaltlich sehr viel Lkw-Fahrerkalender aber das kriegen wir schon raus.

00:23:50: So und obwohl ich ja dann erst mal total in meiner Ich möchte aber auf jeden fall Reportage machen dass ist das was ich liebe bin ich ja irgendwie so ein bisschen ins Thema lkw fahrer kalender also weitesten Sinne wieder zurückgekommen mit der Zeit, aber daran erinnere ich mich sehr gerne.

00:24:07: und so hat das angefangen.

00:24:09: War eher Berechnung und Planung?

00:24:13: Und die Leidenschaft kam erst mit derzeit.

00:24:17: Das ist so lustig diese LKW-Kalendergeschichte.

00:24:20: Ich kann da auch noch eine zu ergänzen Die hat mich damals umgehauen und es hat sämtliche Klischees bedient.

00:24:29: Ich habe in der Schulzeit immer auf dem Bau gearbeitet in den Sommerferien.

00:24:34: Mein Papa war Architekt und der hat dann da die Connections gehabt.

00:24:36: Und ich bin dann jede Sommerferien für drei Wochen auf dem Bau gewesen, das hab' ich geliebt.

00:24:42: Es war so toll!

00:24:43: Weil die ganze Zeit draußen aktiv mit einem ganz anderen Schlag Menschen zusammen zu sein, mit denen ich normalerweise nicht zusammen bin.

00:24:52: Das habe auch immer sehr genossen weil ich es liebe verschiedene Perspektiven zu sehen und sowas.

00:24:58: Aber mein alleralleralleraller erster Tag aufm Bau war auf die Baustelle klopft an diesen Bauwagen, wo die Kollegen drin sitzen.

00:25:10: Und das erste was ich sehe als sich die Tür öffne war straight am Ende dieses Bauwagens ein riesengroßer Kalender mit nackten Frauen

00:25:21: und

00:25:21: dann aber... wirklich so Lkw-Fahrerniveau.

00:25:26: Tut mir leid jetzt an alle LkW-Fahrer, die gerade... Das waren

00:25:28: meine Bilder vermutlich.

00:25:30: Wahrscheinlich!

00:25:31: Nein aber nee, die war nicht nicht annähernd so ästhetisch sondern die waren eher auf die Fresse ästhätisch.

00:25:38: So das werde ich nie vergessen.

00:25:40: der kleine, ich weiß gar nicht wie alt ich damals war, sechzehn vielleicht?

00:25:43: Fünfzechs?

00:25:44: Sechzehnt?

00:25:44: Ja, sechszehn und öffne morgens um zwanzig nach sechs diese Tür und gucke auf sehr nackte sehr üppige Frauen.

00:25:55: Und

00:25:55: sind die erst mal die Augen aus dem Kopf gefallen?

00:25:57: Ja, ich glaube die ersten Momente waren so sehr amüsant für die Kollegen, die dort waren.

00:26:04: Naja...

00:26:05: In diesem Alter ist es aber auch schwierig weil man weiß natürlich gar nicht wie man in so einem Moment reagieren soll, weil du bist sechzehn, du bist ein junger Mann Die Hälfte des Blutes ist schon im Penis Du kannst gar nicht klar denken, das ist auch super schwierig doch wieder umzugehen.

00:26:16: Ja total Na ja, aber so viel zum Thema Bauarbeiter und Lkw-Kalender um jetzt mal sämtliche Klischees zu bedienen.

00:26:24: Es tut mir leid dass wir hier so klischeebehaftet gerade sind Aber das ist aus unserer Vita im Prinzip eine wahre Geschichte.

00:26:33: Ich habe mich trotzdem gefragt also cool dass du das gemacht hast mit dem studieren Hast du das Studium auch abgeschlossen dann?

00:26:40: ich hab es dann noch fertig gemacht

00:26:43: Sehr, sehr cool.

00:26:44: Und in der Zeit parallel weiterhin auch im journalistischen Bereich gearbeitet weil ich weiß ja selber aus eigener Erfahrung wie schwer es ist im Prinzip auch in diesem Bereich Fuß zu fassen.

00:26:54: so da muss man natürlich erstens eine gewisse gewisse Talent haben drei Sätze gerade einander dazu schreiben und dann auch diesen Kanickelzüchterverein eventuell vielleicht lesenswert zu beschreiben.

00:27:06: diese Sitzung die Bilder gehören natürlich dazu.

00:27:09: Ich habe genau dasselbe gemacht wie du Tatsächlich für die westfälischen Nachrichten hier in Münster, Karnevalssitzungen, Kanickelzüchtervereinen irgendwelche Jahreshauptversilmung von irgendwelchen Stiftungen und so was.

00:27:22: Und am Ende wurde immer nur gewünscht... ...und dann machst du bitte ein Gruppenfoto!

00:27:28: Du weißt ja wie du dir denn hinstellen musst und so.

00:27:30: Das habe ich natürlich auch alles gemacht.

00:27:32: Ich habe die Bilder alle entwickelt und das war total spannend und total cool.

00:27:37: Aber richtig Geil fand ich die Fotos nie.

00:27:42: Ich fand die Fotost deshalb geil, das wirst du wahrscheinlich auch so erlebt haben.

00:27:46: Du hast einen bestimmten Zeilen-Satz oder Spalten-Satz für die Texte bekommen und wenn das Foto dann dreispaltig gedruckt wurde gab's einfach mal das Doppelte an Kohle.

00:27:55: weil das FOTO natürlich dann sozusagen viel mehr wert war als der Text den du geschrieben hast hat mich damals auch ein bisschen verletzt.

00:28:02: ehrlich gesagt So richtig kreativ ausleben konnte ich nicht was die Fotossan ging.

00:28:10: War das bei dir anders?

00:28:12: Nein, das war bei mir exakt das Gleiche.

00:28:15: Es waren die gleiche Art und Weise von Terminen und ich habe das Ganze über durchgemacht.

00:28:20: Das war halt so meine Art von Studentenjob.

00:28:22: Ich hab ja nicht gekellnet oder irgendwas, sondern ich war dann irgendwie abends und an den Wochenenden immer auf irgendwelchen Presse-Terminen, hab da Artikel geschrieben und fotografiert.

00:28:32: Und es war genau das Gleichee.

00:28:33: also es gab wirklich nur... sehr, sehr wenige Gelegenheiten wo man das Gefühl hat da kann man so ein bisschen.

00:28:41: Ich wäre es nicht sagen künstlerisch rangehen aber warte mal ein bisschen mehr visuelle Freiheit.

00:28:45: da konnte man bisschen mehr machen als das Gruppenfoto.

00:28:48: ich habe halt relativ viele Kultursachen gemacht und dass war dann halt schon cool wenn man irgendwie so Ballett auf Führung usw.

00:28:55: Machen konnte.

00:28:56: Da war direkt visuell natürlich ein ganz anderes Element als ja stehen jetzt sechs Männer in Schläge zum Anzügen bei meinem Gruppen-Foto wie das halt immer bei diesen ganzen politischen Themen, die man so hat.

00:29:07: Aber war natürlich ganz weit weg davon, dass mich das irgendwie pünzlerisch befriedigt hätte, das zu machen.

00:29:15: Das war halt dann ein Job und ich habe es gerne gemacht und ich fand das cooler als zu kennen zum Beispiel aber da ist jetzt selten dargestanden und in die Zeitung guckte und gedacht wow!

00:29:25: Das ist ein richtig tolles Bild von mir.

00:29:28: Natürlich freut man sich wenn mein Jung ist über alles was von einem abgedruckt wird, das ist klar.

00:29:34: Also ich bin ja nicht damit hausieren gegangen, weil es war dann halt doch meistens das Bild vom Vaninchen auf dem Podium.

00:29:53: Minolta mit dem, ich weiß gar nicht, hundertdreißiger Objektiv.

00:29:58: Dass ich mir von den Kanickelzüchterverein-Geschichten dann am Ende abgespart habe und gekauft habe.

00:30:04: Und da durfte ich tatsächlich auf den Lokalsportfußballplätzen oder auch mal in der Halle beim Basketball oder Handball fotografieren.

00:30:12: Das war dann auch im Prinzip der Anfang von dem wie es für mich weiterging.

00:30:16: Dann irgendwann nach ein paar Jahren der Weg zum Pfaufel Bochum hat sich alles so gefügt, wie das bis heute jetzt passiert ist.

00:30:25: Und da freue ich mich total drüber.

00:30:27: Manchmal ist es einfach auch so ... dass man sich seine Wege sucht und seine Wegen im Zweifelsfall auch einen selber finden.

00:30:36: Glaubst du, dass das bei dir irgendwie alles ohne jetzt zu spirituell zu sein aber auch ein bisschen Fügung war?

00:30:44: Oder waren das immer total krass konkrete Entscheidungen?

00:30:49: Das ist eine schwierige Frage!

00:30:51: Mir fiel noch eine, ich möchte noch eine Fußball-Aektortheit zählen.

00:30:54: Wie wurde ich darauf antwortet?

00:30:55: Das filmen wir nämlich gerade an.

00:30:56: Ich habe auch einmal ein Spiel fotografiert.

00:30:59: Ich weiß nicht ob unsere, also meine Heimatmannschaft die AS Orten damals schon erste Belgisch Liga gespielt hat oder noch Zweite war auf jeden Fall da im Stadion und hab irgendwie Bilder gemacht und hatte halt auch nur so einen siebzig zweihundert.

00:31:11: also konnte auch nicht super nah ran mit der Linse jetzt irgendwie an die Spiele auf dem Feld Und ich wollte aber natürlich so nah wie möglich ran, weil ich die so groß wie möglich im Bild haben wollte.

00:31:21: Und irgendwann lag ich so halb auf der Seitenlinie schon und es war halt leider die Seite auf der Linienrichter unterwegs war.

00:31:28: Und da ist dann bei einem Laufen ist er über mich drüber gestolpt und ich habe den schlimmsten Anschiss überhaupt bekommen, weil als Störenfried quasi dem Linienrechter da im Witzjagg ... Weil ich einfach nicht darauf geacht hatte, dass man so komplett unbeleckt und einfach da auf den Rasen geschmissen.

00:31:46: Aber die meisten Sachen waren... Ich weiß nicht, ob es immer so konkrete Entscheidungen waren oder ob es häufiger ein gewisse Begebenheiten einfach annehmen war.

00:32:05: Als Beispiel habe ich damals in der ersten Studienwoche den Film War Photographer gesehen über die Arbeit von James Nachway einer der bekanntesten Fotografen überhaupt in dem Genre die schlimmsten Konflikte fotografiert und es geschafft sie aber visuell so gut zu komponieren, dass es gleichzeitig Kunst ist.

00:32:25: Und ich habe diesen Film gesehen in der ersten Woche gedacht, das ist auf jeden Fall das was ich machen will.

00:32:29: Hundert Prozent!

00:32:31: Und dann war auch während meines Studiums halt die Reportage-Fotografie auch mein Hauptfokus.

00:32:38: Ich hab über Jahre hinweg sehr viel in Asylbewerberzentren fotografiert oder den Menschen portraitiert und so weiter.

00:32:44: Ich habe super viel gemacht.

00:32:47: lange gedauert bis ich zum einen festgestellt habe, dieses Reisen und unterwegs sein und weg von zu Hause sein liegt mir gar nicht.

00:32:56: Da fühle ich mich gar nicht wohl.

00:32:58: mit auch so schön und romantisch man sich das vielleicht doch verklärt wenn man sich vorstellt dass man als Dokumentarfotograf um die Welt reist war gar nichts für mich.

00:33:07: und irgendwann war es dann zusätzlich auch so dass ich gedacht hab okay Es passiert schon so viel Mist und man muss sich mit soviel ganz furchtbaren Nachrichten und Dingen auseinandersetzen.

00:33:20: Ich möchte in dem was meine größte Leidenschaft ist, mir das einfach nicht

00:33:23: antun.".

00:33:26: Auch das eine relativ egoistische Nummer aber ich habe einfach beschlossen ne, ich möchte meine fotografischen Leidenschaft dann lieber mit schönen Dingen einfach nur befüllen.

00:33:37: Und ich hab lange damit zu kämpfen gehabt, da sie irgendwie das Gefühl hatte So vom Wert dessen, was ich tue halt so einen Abstieg.

00:33:46: Weil klar ein Dokumentar und Reportage sieht jeder sofort den Wert.

00:33:49: Geschichten erzählen, dass es Missstände zeigen und darstellen.

00:33:53: Da versteht sofort jeder warum das einen gesellschaftlichen Wert hat.

00:33:58: Und da habe ich lange damit zu kämpfen gehabt irgendwie darauf klarzukommen quasi nur noch einfach hübsche Bilder mache.

00:34:08: Es hat auch eine Weile gedauert für mich den Wert darin zu erkennen was ich jetzt tue.

00:34:13: Da kommen wir gleich nochmal drauf, aber ich will das im Moment einmal kurz sagen lassen.

00:34:19: wie hat sich das dann bei dir verfestigt dass das was du jetzt machst auch einen anderen Wert hat?

00:34:26: Was waren die Wege dahin?

00:34:29: Das kam vor allem durch andere Menschen.

00:34:35: Ich weiß nicht zum Beispiel während ich das Buch gemacht habe als ich noch in den Anfängen war sehr viel mit Sebastian also Träger auch darüber gesprochen hab und Im häufiger mein Leid geklagt habe das alles was ich mache doch total belanglos und kacke ist.

00:34:48: Sebastian ist ja der Meister darin in jedem Bild, was er irgendwo sieht da irgendeine Geschichte sich zu etwas zu erzählen haben irgendwas darin zu sehen sehr viel dabei geholfen irgendwie wert in meiner eigenen Arbeit zu sehen.

00:35:06: Und dann war es halt das Feedback vor allem von Modellen die mir halt gesagt haben, hey ich finde gar nicht dass die Bilder belanglos sind.

00:35:16: Wenn ich mir meine Bilder angucke, die du von mir gemacht hast dann fühle ich mich schön und ich fühl mich stark und das gibt mir selbst Vertrauen und es gibt mir einfach ein wahnsinnig gutes Gefühl.

00:35:26: Und das waren so die ersten Momente wo ich gesteckt habe okay vielleicht veränder ich mit meinen Bildern oder ich veränder mit meinen bilden auf jeden Fall nicht die Welt.

00:35:37: aber ich kann einzelnen Menschen damit was Gutes tun.

00:35:41: Ich kann den Menschen, die ich fotografiere, etwas Gutes tun, indem sie sich eben schön fühlen und sich die Bilder angucken und einfach ein gutes Gefühl dabei haben.

00:35:49: Und ich kann aber auch den Betrachtern ein gutes Gefühl geben wenn Sie irgendwie durch eines meiner Magazinen oder das Buch durchblättern und für zehn Minuten vielleicht einfach mal diesen ganzen Mist der so passiert ein bisschen vergessen können.

00:36:04: Sich einfach mal so ein bisschen in der Ästhetik verlieren können.

00:36:09: Und wenn das nur für fünf oder zehn Minuten schon ausreicht und dafür fünf oder zehn Minuten sich jemand mit schönen Dingen beschäftigt hat, mit schlechten Gedanken.

00:36:16: Dann dann hat meine Arbeit doch noch einen großen Wert und es hat halt eine ganze Weile gedauert so zu erkennen auch durch die Hälfte von anderen aber habe da mittlerweile sehr meinen Frieden gemacht dass das so ist.

00:36:32: Ja voll gut!

00:36:34: Voll gut.

00:36:34: ich finde also ich glaube auch am liebsten würde ich sagen Es wäre total geil, wenn es gar keine Kriegsfotografen und Fotografinnen mehr gibt.

00:36:43: Weil dann hätten wir keine Kriege mehr.

00:36:45: aber ich glaube auch niemand von uns oder muss irgendwie diese Sachen fotografieren Und muss unbedingt um relevant zu sein Mal irgendwie in Kriegsgebieten gewesen zu sein.

00:36:58: Ich glaube ist es total wichtig Zu wissen Was man auch machen kann?

00:37:03: Und was seine Stärken und seine Skills sind und welche Geschichte man erzählen kann.

00:37:09: Aber ich glaube, das ist auch ein Prozess so wie du ihn dann erlebt hast.

00:37:12: Diese Dinge für sich zu finden und zu schauen was macht auch dich glücklich?

00:37:17: Würdest du jetzt sagen so wie das jetzt für dich gelaufen ist bist du auch glücklich mit den Sachen die Du machst?

00:37:25: Auch mittlerweile schon!

00:37:28: Ich habe mich wie gesagt sehr damit arrangiert dass ich halt eher SK-Pismus verfolge und halt damit genau das Gegenteil von dem mache, was ich als junger Mensch dachte, was sich machen würde mit der Fotografie.

00:37:41: Aber ja, ich bin damit absolut happy weil ich mich dann einfach in meiner Freizeit, in meiner Leidenschaft mit schönen Dingen wo auseinandersetzen muss.

00:37:50: Das ist einfach sehr, sehr gerne machen!

00:37:53: Ich habe mir zwei coole Fragen, ich hab jetzt diesen Fragenhagel den wir machen wollten.

00:37:57: Den schiebe ich mal nach hinten weil wir gerade so schön im Gespräch sind und das wäre jetzt mir ein zu krasser Break-Ware an der Stelle.

00:38:03: ob wir den machen oder nicht schauen wir mal wie es ist.

00:38:05: aber ich habe mit zwei kluge Fragen aufgeschrieben.

00:38:07: also ich behaupte jetzt mal dass sie klug sind

00:38:11: dann muss ja kluge Antworten auch geben?

00:38:13: Ja

00:38:13: bitte!

00:38:15: Die Messlatte ist jetzt relativ hoch aber du hattest ja zwei Jahre Zeit dich darauf vorzubereiten Weil du Eskapismus gerade gesagt hast und Realität und gestellt, und so das gehört ja alles auch ein bisschen mit da rein.

00:38:30: Und weil du auch Träge grade oder Sebastian grade gesagt hast, dass jedes Foto eine Geschichte erzählt.

00:38:36: also meine erste Frage ist muss ein Foto, ein gutes Foto was auch immer ein gutes foto ist, muss ein foto überhaupt eine Geschichte erzählen?

00:38:46: Oder reicht es wenn ein Fotto auch einen Gefühl auslöst?

00:38:52: Also, ich weiß ja wie dein Podcast heißt in dem ich hier gerade zu Gast bin.

00:38:57: Wie denn?

00:38:57: Trotz Tee!

00:38:58: Wie

00:38:58: denn?!

00:38:59: What's

00:38:59: the story?

00:38:59: What's The Story?

00:39:01: Der Besprechende ist Geschichte ja schon irgendwie so ein Thema der Podcast die Geschichten hinter den Bildern erzählt und so.

00:39:08: Ich finde mittlerweile dass ein Bild überhaupt gar keine Geschichte erzählen muss.

00:39:12: Für mich reicht es absolut wenn was ausgelöst wird in den Menschen.

00:39:18: Wenn irgendjemand Hauptsache das ist nicht egal Wenn jemand irgendwas anderes empfindet außer ist mir egal, dann ist es ein gutes Bild.

00:39:27: Für denjenigen zumindest.

00:39:29: Das kann man ja nie verallgemeinern.

00:39:30: Es gibt verschiedenste Menschen wählen von den verschiedensten Dingen angesprochen und das ist auch fein so.

00:39:35: aber das reicht komplett.

00:39:36: ich muss nicht... Ich muss nicht ein Bild angucken und sofort irgendwie denken ah wie kommt diese Person wo dahin?

00:39:44: Und was ist ihr Leben zu wegen?

00:39:45: Was tut sie denn in dieser Situation?

00:39:47: Das braucht's für mich gar nicht!

00:39:50: Ist auch nicht immer möglich.

00:39:52: Deswegen reicht mir total.

00:39:54: Da habe ich mich auf einer Autofahrt mit Sebast, also mit Trägi tatsächlich mal so ein bisschen schroffer drüber unterhalten über die Frage weil es irgendwie ging darum ob es hilfreich ist oder gut ist wenn es zu Bildern beschreibende Texte gibt oder generell zur Kunst beschreibenden Texte die so ein bißchen anleiten sollen und helfen sollen.

00:40:16: okay was wird da dargestellt?

00:40:18: Was soll das bedeuten?

00:40:19: usw.

00:40:19: Und ich habe halt relativ provokant gesagt, naja wenn du Bilder erklären musst ist nicht gut genug.

00:40:26: Und Sebastian war natürlich gar nicht der Meinung, weil irgendwie jemand ist, der super gerne Dinge erzählt auch zu seinen Bildern und das natürlich kann das auch super anreichend sein, wenn man so ein bisschen die Gedankenwelt des Künstlers irgendwie eröffnet bekommt.

00:40:40: Das ist natürlich total toll!

00:40:43: Aber ich persönlich will das zum Beispiel gar nicht, weil ab dem Moment wo mir jemand anders erzählt was darin besehen werden soll, sehe ich nicht mehr das was ich vielleicht ursprünglich mit dem was ich vorher gesehen habe.

00:40:57: Mit meiner Erfahrung und Gefühlen und so weiter sonst so wahrnehmen würde.

00:41:00: für mich verfälscht es immer ein bisschen.

00:41:02: Das ist so ein bisschen als würde ich weiß nicht zuerst eine Rezension lesen oder nach den Filmschauen bin dann schon geprägt auf eine gewisse Richtung und bin dann nicht mehr neutral.

00:41:13: Im Nachhinein ist das cool.

00:41:15: Also wenn ich mir Bilder angucke und dann im nachhineinen was dazu herfahre, und dann irgendwie das so ein bisschen abblechen kann, ist es cool.

00:41:21: aber lieber nur so rum weil ich möchte gerne einfach... Wenn es is visuelle Kunst und die möchte ich gerne auch auf diese Art und Weise auf mich wirken lassen und nicht schon vorab zugeschissen werden mit Hintergrund.

00:41:32: Ja verstehe ich also.

00:41:34: ich glaube auch die Reihenfolge würde ich preferieren tatsächlich weil ich einfach einen sehr Fantasie liebender Mensch bin und mir auch sehr gerne Gedanken mache.

00:41:46: Das betrifft gar nicht nur die fotografische Kunst, sondern das ist auch bei Gemälden und Skulpturen und so, dass ich gerne immer überlege in welcher Epoche ist es gemacht?

00:41:59: Was hat das gerade ... was hat den Künstler, die Künstlerin beeinflusst das zu machen ?

00:42:03: Was hat sie vielleicht gemeint damit?

00:42:05: Und wenn am Ende dann deshalb finde ich's immer geil, Begleiten Texte in Museen, zum Beispiel immer relativ klein irgendwo unten drunter stehen.

00:42:13: So da wirst du halt nicht... Das was du vielleicht auf den ersten Blick wahrnimmst ist eine Überschrift also Den Titel des Porträts, den Titel der Kunst.

00:42:23: so das finde ich gar nicht so schlimm.

00:42:25: aber die den Kontext sozusagen zu dem Bild, den möchte ich auch eher lieber danach abgleichen.

00:42:34: So ist dieser Podcast ja eigentlich auch konzipiert.

00:42:37: wenn wir hier über Fotos sprechen klar haben die unsere Hörerinnen und Hörerin höherin und höher so mein Gott Liebe Grüße!

00:42:48: Die Möglichkeit sich das Foto währenddessen anzugucken oder auch schon vorher.

00:42:54: aber Die eigentliche Idee ist, dass wir hier über das Bild oder die Fotos sprechen und sie sich dann in ihrer Fantasie das Bild zusammensetzen im Kopf so wie wir es beschreiben.

00:43:05: Und vielleicht dadurch auch eine Emotion entwickeln oder eine Geschichte für sich empfinden, die dann abgeglichen wird mit dem was wir oder die Photografen und Fotografinnen damit eigentlich gemeint hat.

00:43:18: Ein guter Weg.

00:43:22: Am Ende gibt's aber auch hier, weil wir über Kunst reden kein richtig und kein falsch.

00:43:26: Deshalb kann Sebastian seine Meinung haben und du kannst deine Meinung haben Und am Ende ist es immer so wie wir Kunst für uns wahrnehmen und wahrnehmen wollen glaube ich der richtige Weg.

00:43:38: klar Wir haben jetzt...

00:43:40: Und in manchen Fällen ist es ja auch so dass es halt so gedacht ist das beides gleichzeitig aufgenommen wird und konsumiert wird Das Bild- und Text zusammengehören existieren und dass es wichtig ist, ist das gegenseitig bereichern.

00:43:54: Das ist ja witzigerweise beschwer ich mich so über... Ich will Bilder nicht erklärt bekommen.

00:43:59: in meinem Buch ist ja auch Text drin.

00:44:01: Kein erklären der Text über Bilder.

00:44:03: aber da ist es ja auch so, dass die Bilder und der Text halt nebeneinander existieren uns sich halt gegenseitung im besten Falle bereichert und irgendwie wichtig ist.

00:44:12: wichtig ist dass man beides zusammen und deswegen ist das absolut fein.

00:44:17: Ich habe mich da auch ja, ich hab' mich hier vielleicht doch ein bisschen absichtlich mit ihm bestrechen.

00:44:21: Weil das gerne mag, manchmal so ein bisschen zu provozieren und ähm... Ja aber nie, nie böse ist nicht vor allem nicht mit Sebastian ist ja jeder liebste Mensch.

00:44:31: Absolut!

00:44:32: Leider haben wir die zweite kluge Frage mehr oder weniger jetzt schon beantwortet Aber ich stelle sie trotzdem mal und du kannst sagen, haben wir ja gerade gesagt.

00:44:40: Die zweite Frage, die ich mir aufgeschrieben habe war Wer erzählt eigentlich die Geschichte?

00:44:46: Der Fotograf oder der Betrachter?

00:44:50: Da bin ich, das ist relativ einfach.

00:44:52: Ab dem Moment wo ich mein Bild irgendwann gebe zum Gucken verliere ich jedes Hoheitsrecht dann liegt es gar nicht mehr an mir.

00:44:58: also deswegen habe mich auch damals in der Schule schon immer diese furchtbare Frage die in jedem dort Unterricht gestellt wurde was wollte der Autor damit sagen?

00:45:07: Es spielt gar keine Rolle was er da mit sagen wollte und ich sage als Mensch der jetzt auch irgendwie mit Sprache und Schrift halt seinen Lebensunterhalt verdient Aber es ist halt wirklich, ich finde schon damals in der Schule wurde viel zu wenig Wert darauf gelegt mit den Schülern zu erarbeiten.

00:45:25: Was macht das Werk mit dir?

00:45:27: Und es ging nur darum was ist denn?

00:45:30: und natürlich ist in dem Fall Gedichtsanalyse oder generell oder dramatische Analyse alles total schönes.

00:45:38: Interessant weil man dadurch ein bisschen verstehen lernen und Sprache verstehen lernt.

00:45:44: Und bei jeder Kunstform ist es natürlich das Gleiche, wie ich eben sagte, wenn ich mir Bilder angucke und die machen was mit mir... ...und dann gehe ich ein zweites Mal ins Museum und mache's dann mit Führung und habe dann so Aha-Momente verstehe ich natürlich die Sprache des Künstlers plötzlich auf eine andere Art und Weise und dann hab' ich beides und das ist total bereichernd!

00:46:02: Aber als Künstler kann ich wollen, was ich will, die Leute sehen darin, was sie da drin sehen wollen ist es nicht mehr mein Ding, das ist nicht mehr ein Bier.

00:46:12: Wenn jemand sich meinen Buch kauft und er sieht darin nur Arsch und Hitten... Du bist explizit, ich darf das so sagen?

00:46:20: Noch nicht aber ab jetzt!

00:46:23: Und das ist für ihn halt keine Ahnung.

00:46:24: Playboy im Hardcover dann kann ich hundertmal versuchen zu sagen nein, dass soll was anderes sein.

00:46:30: wenn das für die Person das ist, dann ist das so.

00:46:33: Ich kann nichts tun.

00:46:35: Das ist auch das gute Recht oder das Schöne daran weil die verschiedenen Dinge, die da ausgelöst werden, sind ja total bereichert und total toll.

00:46:42: Aber ich als Künstler ist man dann einfach aus dem Spiel

00:46:46: raus.".

00:46:46: Ja!

00:46:47: Und vor allem darf man als Künstler nicht beleidigt eingeschnappt oder verärgert sein wenn andere Leute deine Kunst anders interpretieren weil das ist halt einfach ihr gutes Recht und das ist Teil der Kunst.

00:47:02: Die Betrachtung löst was aus Individuum zu Individuums unterschiedlich.

00:47:10: Es ist super unterschiedlich und in meinem Fall, ich bin ja auch nicht blöd.

00:47:14: also wenn jetzt zum Beispiel bei meinem Patron zum Beispiel, wo ich total dankbar bin dass da Menschen mit ein paar Euro irgendwie das finanzieren weil Analog fotografieren ist super teuer wird immer teurer und dass man das so ein bisschen aufwiegen kann ist total schön.

00:47:28: Erzähl mal du kannst mal ganz kurz Werbung dafür machen Du hast einen Patreon.

00:47:31: das heißt was?

00:47:33: Das heißt genau wie ich das heißt Janis Martar Proud an Dingen, was auch immer, Plattformen.

00:47:41: Wollt die unterschiedlichsten Kunst- und Kulturschaffenden ja ihre Projekte zeigen oder irgendwie von einem kleinen Obolus sonder Content anbieten mit der sie halt irgendwie ihre Projkte so ein bisschen finanzieren können?

00:47:53: Das klingt gerade für mich so'n bisschen wie Onlyfans for Künstler.

00:47:56: Ist es auch!

00:47:57: Genau da ist das.

00:47:58: OnlyfanzforKünstler wird dabei super viel genutzt natürlich von Fotografen, Podcastern von Comic Zeichner, der sehr wirklich alles Mögliche vertreten.

00:48:09: Und ich bin ja nicht blöd wenn ich da in meine Abonnenten schaue und ich sehe das sind achtundneunzig Prozent Männer so natürlich weiß ich dass die nicht alle mich unterstützen einfach nur weil sie mich als Künstler schätzen und gerne wollen dass ich meine Arbeit weiter mache und sich freuen wenn vielleicht doch irgendwann nochmal ein Magazin rauskommt.

00:48:26: Natürlich weiß andere Beweggründe vergibt.

00:48:29: Aber wie du gerade sagst, darf ich deswegen nicht beleidigt sein?

00:48:32: Das ist halt einfach ein Teil davon und ich kann und will das auch überhaupt gar nicht kontrollieren was andere darin sehen und damit tun.

00:48:40: Ja, ich habe mir neben den beiden klugen Fragen noch ein paar Stichpunkte aufgeschrieben die so ein bisschen auch wieder auf das journalistisch-fotografische gehen beziehungsweise eher aus dem journalistischen Fragestil kommen Weil ich mich gefragt habe, wir haben über Eskapismus gesprochen.

00:49:03: Wir haben auch Realität im Sinne von Dokumentation und szenischer Fotografie im Zweifelsfall gesprochen.

00:49:15: Du entscheidest als Fotograf letztlich?

00:49:18: Was sehe ich nicht?

00:49:22: Wann drückst du ab?

00:49:23: Welche Bilder veröffentlichst du?

00:49:25: Also welche wählst du aus?

00:49:27: Kuratierst du für dich in dieser Serie Aber auch in der Einzelserie, aber auch in den Gesamtheit sozusagen.

00:49:37: Wie beschneide ich das Bild?

00:49:38: Das ist vielleicht eine andere Geschichte erzählt oder eine andere Perspektive zeigt und im welchem Kontext zeige ich.

00:49:47: Sind das Dinge die du dir in einer Session, in einem Porträt, in einer Fotosession selber auch stellst ?

00:49:57: Oder wie stelle ich mir so einen Shooting mit dir vor?

00:50:01: Wie gehst du das an?

00:50:04: Also ich habe quasi nie irgendwie so feste Bilder vor Augen, die ich umsitze.

00:50:12: Ich bin tatsächlich ein wahnsinnig unstrukturierter und ungeplanter Mensch.

00:50:19: Vor allem wenn es umso kreativ aber geht.

00:50:21: mit der Fotografie ist genau das gleiche!

00:50:23: Ich lasse mich dann einfach von dem treiben was sich da vor Ort hat... Nicht jeder Raum ist gleich und ermöglicht die gleichen Sachen oder sorgt dafür, dass ich wenn nicht mehr ein Bild vorher in den Kopf setze kann.

00:50:41: Ich das nicht mit jedem Menschen und nicht in einem Raum und nicht bei jedem Licht umsetzen.

00:50:47: deswegen nehme ich passendlich irgendwie so wie es halt kommt gerade und bin da.

00:50:53: tatsächlich bin dann auch immer wieder überrascht, wenn ich dann die Filme entwickeln und scannen dann irgendwie sehe, was dabei rumgekommen ist.

00:51:03: Es ist halt jedes Mal so ein bisschen eine kleine Überraschung auch für mich und das finde ich irgendwie ganz schön uns... Das Buch hat sich auch zusammengesetzt, dass sie das irgendwie einfach so ergeben hat.

00:51:17: und natürlich kann man sagen es wäre vielleicht bereichernd gewesen wenn man sich dann doch ein bisschen mehr Gedanken gemacht hätte und irgendwie noch spezifische Bilder sich vorher überlegt hätte die den ganzen erzählerisch nochmal einen besonderen Touch geben.

00:51:30: Das ist ja eine Sache, die was der Name fällt so oft aber die Träge sehr gut kann.

00:51:35: Es ist ein sehr konzeptionell arbeitender Mensch.

00:51:38: Er weiß sehr oft vorher schon ich möchte so fotografieren und ich möchte das erzählen und auslösen usw.

00:51:46: Mir liegt es einfach nicht.

00:51:47: Und es ist auch irgendwie fein.

00:51:49: Bisher hat das ganz cool funktioniert.

00:51:52: Die Male wo ich mit einem Moodboard Konkretne Ideen reingegangen bin, weil ich nachher nur frustriert.

00:51:59: Weil es dann nicht so geklappt hat wie ich mir das vorgestellt habe.

00:52:02: und seitdem lass' ich's einfach sein und spüre den Moment um das ganz ekelhaft kitschiges zu sagen

00:52:09: Ja da bist du bei uns genau richtig Den Moment den haben wir hier glaube jede Folge unterstrichen insofern Es ist Realität bei uns und kitscht zugleich aber das ist auch dann erlaubt.

00:52:21: Zwei Euro ins Phrasenschwang?

00:52:22: Ja Genau zwei Euro zu Patreon.

00:52:26: Sag

00:52:26: mal Wir können mal.

00:52:28: ganz kurz, also vielleicht kannst du einmal ganz kurz Hotel Stories.

00:52:31: Wir haben jetzt noch gar nicht so intensiv darüber gesprochen aber es immer so gestriffen sozusagen öffnet doch einmal die Tür des Hotelzimmers um im Bild zu bleiben und erzähl uns ganz kurz was die Geschichte sozusagen hinter diesem Buch aber auch vor allem wenn ich das so runterbrechen kann hinter deiner Fotografie an der Stelle ist.

00:52:54: Also Ich habe ja eben schon so ein bisschen, als wir über diese Krankenhäuser gesprochen haben erzählt warum ich das Thema Hotel oder warum mich Hotelzimmer so faszinieren.

00:53:06: Ich bin da mit Sicherheit auch ein bisschen durch beim Bernd Schneider reingerutscht für den der Hotels einen Lebensinhalt sind und der das so schön rüberbringt dass man sich dafür nur interessieren kann wenn man das von ihm erzählt bekommt.

00:53:19: aber tatsächlich dieses dieser Kontrast zwischen eben diese Anonymität in des Hotelzimmers, was darauf ausgelegt ist dass da keine persönlichen Gegenstände sind.

00:53:27: Das es so unpersönlich und so ja nichts Aussagen wie möglich ist und das halt kombiniert mit meiner Art zu fotografieren, mit Akt, mit Offenheit, mit Verletzlichkeit, mit dann plötzlich sehr extremer Intimität.

00:53:46: Es ist einfach ein Kontrast der mich von vornherein gereizt hat.

00:53:51: So, ich will jetzt unbedingt nur noch in Hotelzimmern fotografieren.

00:53:55: Das ist halt am Anfang daraus entstanden dass wenn man irgendwie sowieso gerade unterwegs war in der Stadt und Hotel für sich gebucht hat das natürlich super dankbar war zu sagen ja dann mache ich da auch direkt Bilder.

00:54:09: Weil location suchen ist immer das aller anstrengendste bei der Fotografie, bei der Portraitfotografie Und es ist eine Sache die hat sich mit den Epochen gewandelt.

00:54:18: zur erst haben sie alle an irgendwelchen weil du hast in Bahnhöfen getroffen, dann auf irgendwelchen Parkdecks und es war jetzt aller schlimmste Locations zu suchen.

00:54:27: Und das hat sich für mich richtig angefühlt.

00:54:32: Und ich habe in den letzten Jahren und vor allem seit des Buch irgendwie fertig fotografiert ist, habe mir schon zehnmal gesagt so, jetzt will ich was anderes machen!

00:54:39: Ich habe keine Lust mehr auf Hotelzimmer aber ich komme immer wieder dahin zurück, weil ich immer noch nicht fertig bin damit weil mich das ästhetisch immer noch anspricht und fasziniert und ich das ganz toll finde Und dass dann aus diesem, diese Obsession für Bilder in Hotels dann irgendwie ein Buch wurde liegt hauptsächlich daran, dass ich irgendwann gedacht habe so.

00:55:00: Das ist jetzt quasi sowas wie eine fortführende Serie die du da gerade machst und es ist doch total schade das alles irgendwie nur bei Instagram landet wo man da vielleicht irgendwie anderthalb Sekunden mal drauf guckt immer weiter scrollt.

00:55:18: Ich möchte gerne, dass mehr daraus wird.

00:55:21: Ich gab so einen Foto-Wuch, ist ja doch für fast alle Fotografen ein bisschen der heilige Graal der künstlerischen Selbstverwirklichung.

00:55:31: Weil das einfach was ist, es existiert halt real!

00:55:34: Du hast es in der Hand und du kannst es

00:55:36: fühlen

00:55:37: und das hat direkt eine komplett andere Bedeutung.

00:55:42: Und ich weiß nicht ob ich jemals nochmal ein Buch machen werde?

00:55:45: Ich wusste aber eins will ich irgendwann mal machen finanziell floppt und es ist kein Interesse, dass sie es egal nicht wildes unbedingt gemacht haben.

00:55:53: Und da ich bei diesen Hotels auch so viel Herzblut reingesteckt habe hat sich einfach richtig angefühlt das mit dem Thema umzusetzen.

00:56:02: Wollt schön!

00:56:04: Ich frage mich gerade also du musst sagen wenn wir zu sehr hinter die Kulissen gucken und du sagst das möchtest du lieber den Raum möchtet du lieber Den Betrachtern oder der Fantasie überlassen?

00:56:17: aber noch mal eine ganz Konkrete Frage, was hältst du so grundsätzlich von der Motel-Oney-Sierung?

00:56:24: Von Hotels oder der Ibizierung.

00:56:28: Wenn du weißt, was ich meine... Boah!

00:56:35: Ist ein schwieriges Thema.

00:56:36: Also einerseits liebe ich also... Ich glaube wenn ich in meinem Buch gucke da sind nicht so viele Hotelzimmer bei die so Motel One mäßig auf das Brutalste runtergebrochen sind, weil auch da für mich dann so manchmal ein bisschen die visuelle Komponente fehlt, die es für mich interessant hat.

00:56:58: Ich würde hundertmal lieber in einem Schäbischick-Hotelzimmer aus den Sechzigern, Siebzigern fotografieren wo seitdem auch die gleiche Tabete oder Tabeteppich darliegt.

00:57:10: als Gast wenn ich nicht fotografiere, ist ein Motor One fein, denn es ist sauber und moderne und ich habe Netflix.

00:57:17: aber zum Fotografieren.

00:57:19: Zum Fotografieren mag ich das natürlich schon gerne, wenn der Raum so ein bisschen dazu gibt zur Geschichte.

00:57:27: Aber es darf auch nicht zu viel sein.

00:57:31: Dafür ist auch nicht die Gemütlichkeit eines Schlafzimmers bei einem Zuhause haben, weil dann fehlt mir die Anonymität.

00:57:37: Das finde ich dann auch wieder nicht so spannend und nicht so gut.

00:57:41: Grundsätzlich ein bisschen Charakter schadet auf jeden Fall.

00:57:45: Ich bin ja auch einigermaßen... viel unterwegs nicht, aber ich bin schon ein bisschen unterwegs im Jahr immer und habe dann auch in der Regel wenn ich die Hotels selber buche aus budgetären Gründen eher das Motel One als irgendwie das andere individuelle vier Sterne plus Hotel logischerweise.

00:58:08: Ich guck im Motel one weißt du halt immer was du kriegst Aber es sieht halt auch immer gleich aus und das nimmt mir dann immer den Raum für die Fantasie.

00:58:18: Ich hab zum Beispiel, auch wenn das jetzt wahrscheinlich auch schon ich weiß nicht wie deine Reaktion auf dieses Hotel sein wird aber ich habe die Ankatin Berger mal im Savoy in Köln fotografiert einfach weil sie dort eingebucht war und wir Fotos miteinander machen wollten.

00:58:36: und dann haben wir gesagt dann lass uns doch die Fotos im Hotelzimmer machen Cool, muss ich sagen.

00:58:44: Weil das natürlich auch so ein Hotel war was irgendwie diesen Vibe hat von einer Besonderheit und von einer bestimmten Ästhetik.

00:58:54: Wie suchst du Hotels denn aus?

00:58:57: Also gehst Du wirklich einfach auf... Heute ist übrigens der Podcast bei dem wir Tausend Firmen nennen Wir sind nicht gesponsert und so.

00:59:04: Aber gehst du irgendwie auf Booking oder sowas Und guckst dir die Zimmer an und sagst Ah ja, dass es Anonym genug, aber auch cozy einigermaßen.

00:59:15: oder wie ist das?

00:59:17: Also ja schon.

00:59:19: Ich schaue natürlich auch vermehrt dann nach irgendwie Boutique-Hotels die halt irgendwie nicht kette sind unbedingt weil ich natürlich auch nicht will dass das Ambiente immer exakt das gleiche ist und sonst wird es irgendwann auch langweilig zum Schauen und für mich zum Fotografieren sowieso.

00:59:32: Aber ich muss natürlich auch sagen für dieses Buch habe ich mich natürlich.

00:59:35: dann war ich natürlich sehr abhängig davon welche Hotels den Spaß mitmachen So, weil ich weiß nicht wie viele Strecken ich fotografiert.

00:59:43: Aber wenn ich jedes mal regulär Hotelzimmer einfach gebucht hätte, wäre ich Arm geworden.

00:59:50: Im Übrigen war ich dann schon sehr darauf angewiesen dass da Hotels gab die gesagt haben hey wir finden das Projekt cool Wir unterstützen das und wer kann es zum Beispiel irgendwie für drei Stunden so rein oder bei manches ist he nur weiß nicht fünfzig Euro damit für die Zimmerreinigung irgendwie ausgleichen?

01:00:06: bekommen solche Geschichten Und zwar dann halt doch auch sehr viel das, was den Ausschlag gegeben hat.

01:00:11: Wo kann ich überhaupt rein?

01:00:13: Und ich habe einfach Glück gehabt, dass es einige wirklich coole Hotels waren die mir da Zutritt gewährt haben und auch die Range super groß vorm Art Hotel hier in Köln, die halt super modern eingerichtet sind.

01:00:31: über dann tatsächlich so ein sechziger Jahre Married in Leipzig wo die Zimmer wirklich aussehen als Der Teppich liegt tatsächlich seit sechzig Jahren so da und die Tapete vermutlich auch.

01:00:42: Und die Möbel auch bis dann halt zu einem Ritz Karten, wie mir und meiner Frau über einen Wochenende ihre Presidential Suite umsonst überlassen haben damit wir da Bilder machen können.

01:00:55: Das ist die geilste Hotel Experience in meinem gesamten Leben jemals das allerbrutalste überhaupt was ich je erlebt habe.

01:01:01: also abgesehen davon dass es natürlich

01:01:04: Ein

01:01:05: Zimmer ist, was man sonst als Privatperson niemals buchverletzt tausende Euro die Nacht kostet.

01:01:10: Aber da muss ich sagen das war also erstens es natürlich eine der besonderen Serien weil ich halt meine Frau fotografiert und du wartest im Moment schon sichtbar schwanger und so.

01:01:18: deswegen ist es natürlich emotional auch noch mal ne andere Kiste aber auch vom Erlebnis her.

01:01:24: ja also das war wirklich etwas richtig krasses.

01:01:28: Ja das glaube ich Wahrscheinlich der Otto nach Malverbracher Nicht in den Genuss kommt dieses Zimmer auch nur für eine Nacht wahrscheinlich haben zu können.

01:01:38: Ich werde

01:01:38: niemals im Leben in einer Situation um mehr so ein Zimmer zu leisten, weil dann irgendwie zwei Monatsgehälter drauf gehen.

01:01:45: also ist der Wahnsinn.

01:01:47: aber ich fand es total nett, weil ich hatte die HR-Chefin und den Marketingchef von dem Hotel mal kennengelernt durch eine Produktion Dann mal vorsichtig angefragt, ob ich mal in ein Zimmerchen von denen rein könnte.

01:02:00: Weil auch die normalen Zimmer schon schön und sehr schick sind und schönes Ambiente haben.

01:02:04: Ob ich dann mal für zwei Stunden nur rein kann?

01:02:06: Kein Problem!

01:02:06: Ich fahre von Köln nach Wolfsburg für zwei Std.

01:02:08: zum Fotografieren und bin wieder weg alles

01:02:09: gut.".

01:02:10: Die haben dann von sich aus gesagt ja, kann dir das größte Zimmer geben was wir frei haben.

01:02:15: also wenn gerade irgendwas Großes frei ist kannst du das haben.

01:02:18: und dann hieß es halt irgendwie an dem Wochenende wo du kommen wolltest.

01:02:21: Das ist halt die presidential speedfrei.

01:02:23: Nimm die Geh da rein, mach da deine Bilder.

01:02:27: Und darüber hinaus war es auch wirklich so willkommen ins Zimmer rein und da steht schon ein gekühlter Alkoholfreier Sekt, weil meine Frau ja schwanger war.

01:02:32: und dann hatten sie aus Schokoladenkuchen eine kleine Kamera gebaut und hatten für meinen ungeborenen Sohn schon Ritz Kaltensöckchen bereit gelegt und ich hab noch ne Fußmassage von meiner Frau.

01:02:44: Ich will jetzt nicht Werbung machen zu sehr.

01:02:49: Es geht mir gar nicht um die Kette oder die Marke sondern einfach nur um die Menschen Obwohl man kein zahlender Gast ist, sondern irgendwie eingeladen ist.

01:02:58: Trotzdem so viel tun und sich so schöne Sachen überlegen.

01:03:03: Es ist unabhängig von den Bildern einfach brutal wirklich.

01:03:09: Ja das ist auch das was ich total krass finde.

01:03:12: Wenn wir über anonyme Zimmer sprechen dann finde ich die Tendenz heutzutage was Hotels angeht auch immer mehr eine Anonymisierung von Hotelerlebnissen sozusagen.

01:03:27: Und ich verstehe das, dass vor allem für vielreisende und Geschäftsleute irgendwie Hauptsache Zweck das Mittel ist.

01:03:36: aber für viele Leute die irgendwie... was für etwas Besonderes nutzen, ist halt irgendwie auch ein persönlicher Ansprechpartner oder einen persönlichen Moment das Entscheidende.

01:03:48: Ich meine du hast es vorhin auch gesagt so, was sind denn die Erlebnisse, die wir schätzen?

01:03:52: Das sind die zwischenmenschlichen Ergebnisse, die Begegnungen, die Wir haben und dazu auch wenn es eine ganz klare Anbieter-Verkäufer-, Käufersituation ist oder Kundensituation Halt ich es für total schön und wichtig.

01:04:07: Und das sind die Sachen, die mir in Erinnerung bleiben wenn's dann auch mal persönlich wird.

01:04:13: Ich hab da eine Geschichte dazu... Ich kann dir die Zeit nicht sagen aber vor zwanzig Jahren mal in diesem riesigen Hotel Berlin-Berlin in Berlin logischerweise nicht in Würzburg.

01:04:28: Das war so ein gigantisches Hotel mit, ich weiß gar nicht.

01:04:31: Lass mich lügen mehr als tausend Betten oder Tausend Zimmern.

01:04:35: Trotzdem stand... Ich war für die Sportshow damals da und trotzdem stand auf dem Bett einen herzlich willkommen Schild irgendwie mit meinem Namen handschriftlich ausgefüllt Und das stand noch irgendwie sowas drin.

01:04:48: So yo wenn du dich jetzt hier bei Foursquare einschagst dann kriegst du noch eine kleine Überraschung Für die älteren unter euch ihr werdet Foursquare noch kennen, für die jüngeren.

01:04:57: das war sozusagen eine Social App wo du dich einfach einloggen konntest.

01:05:03: Ich bin jetzt hier im Hotel Berlin-Berlin oder ich bin jetzt am Fußballplatz XY und je häufiger du dich dort eingecheckt hast desto mehr Punkte hast du bekommen.

01:05:15: mit dem Konntest du nix kaufen.

01:05:16: aber irgendwann wurdest du dann Major also Bürgermeister von diesem Ort Und das war irgendwie total schön, dann ich war irgendwann mal Bürgermeister von Rovin oder ne?

01:05:26: Von der Stadt in Kroatien.

01:05:28: Anyway!

01:05:28: Was ich damit sagen will ist... Das war damals... Ich hab mich dann eingecheckt und eine halbe Stunde später klingelte es an meiner Hotel-Tür und dann kam die Frau mit – ich weiß gar nicht mehr was es gab – einer kleinen Überraschung für mein Checkin bei Foursquare.

01:05:43: In demselben Hotel war ich zu Euro-Zwanzig vierundzwanzig Also im vergangenen, vor letzten Jahr und von Foursquare.

01:05:53: Die gibt's ja gar nicht mehr die App sowieso nicht aber es war alles was mit menschlichem Kontakt zu tun hat war weg.

01:06:01: Es gibt ein Check-Inpult wo du deine Reservierungsnummer eintippen musst.

01:06:05: Dann warst Du eingecheckt.

01:06:07: dadurch hast Du dann irgendwie einen Zahlencode bekommen für die Tür.

01:06:11: So, es gab keinerlei Begegnungen mehr mit irgendwelchen Menschen.

01:06:15: Da hast du einen Zettel ausgedruckt bekommen aus dieser Maschine wo der Wi-Fi Code drauf stand... Wo so ein FAQ?

01:06:22: ne?

01:06:23: Hier ist so'n Kiosk auch ohne Menschen wo du einfach nur dann mit Karte bezahlen kannst.

01:06:28: und da hab ich nur gedacht also klar!

01:06:33: Der Mittel heiligt den Zweck.

01:06:34: Ich bin hier um zu schlafen aber Allein sowieso mit über tausend Menschen, die dann da die ganze Zeit rumlaufen.

01:06:44: Wie anonym und wie unpersönlich willst du es denn eigentlich noch halten?

01:06:48: Also das hat mich so negativ überrascht... dass also der Mensch gar keine Rolle mehr spielt.

01:06:59: Punkt!

01:07:00: Muss dazu nichts sagen.

01:07:02: Ich hatte mir geschworen in diesem Podcast nicht über KI und alles Mögliche abzuhetzen Aber es ist doch soweit, weil das ist genau das Sinnbild dafür wo wir uns gesellschaftlich hinbewegen.

01:07:14: Ich habe letztens und es ist kein Film der wirklich guckwert ist aber ich hab mit meiner Frau zusammen der Teufeltreck Prada II gesehen.

01:07:22: Total egaler Film.

01:07:24: Passiert nix spannendes Wurscht!

01:07:25: Aber da fällt halt ein Satz auch in Bezug auf Journalismus und KI und was irgendwie alles ersetzt wird und neu generiert wird und bla bla bla.

01:07:32: Da sagt er Hauptcharakter wieso müssen wir aus allem die Seele raussaugen?

01:07:37: Und es ist exakt das, was gerade passiert.

01:07:39: Das ist wenn du den Check-in nicht mehr mit einem Mitarbeiter machst oder mit dem Computer... ...das ist wenn irgendwie plötzlich Kunst und so weiter nicht mehr von Menschen geschrieben ist.

01:07:51: Wenn hier der menschliche Kontakt fehlt, wenn da die Wärme verloren geht usw.

01:07:55: Es ist ein gesellschaftliches Thema und ich könnte mich jedes Mal darüber nachdenken will ich in Wut ausbrechen Weil wir gerade so wunderbar dabei sind, alles was Herz und Wärme hatte um Plätt mit Füßen zu treten und kaputtzumachen.

01:08:14: Und ich will nicht alles verteufen.

01:08:15: das ist total super praktisch dass sich jetzt irgendwie Besprechungsnotizen eingeben kann und der macht mir daraus einen vernünftigen Text.

01:08:22: Natürlich es ist total toll dass es Tools gibt die Früherkennung bei schweren Erkrankungen viel besser und effizienter machen.

01:08:29: Das ist super toll dass es das gibt.

01:08:32: Aber können wir uns nicht bitte, bitte einfach darauf einigen diesen ganzen automatisierten scheiß aus allem rauszuhalten was irgendwie mit menschen und menschlichkeit zu tun hat.

01:08:43: Wir reden gleich wieder schön gemeldet über fotografie aber wirklich das ist kotzt mich.

01:08:46: es kotzt sich so sehr an dass irgendwie alles wird grauer und lebloser und liebloser.

01:08:57: Ja,

01:08:58: fühle ich total.

01:08:59: und hier ist es ja nicht nur bei dem was ich erzählt habe.

01:09:02: Es ist ja nicht mal KI-basiert sondern einfach technisch basiert.

01:09:08: Das sind eine ganz klare Entscheidungen.

01:09:09: nicht nach dem Motto oh, das kann jetzt die KI also können wir die Mitarbeitenden irgendwie darauf verzichten?

01:09:16: Sondern es wird auf die Mitarbeiter verzichtet weil einfach eine normale technische Geschichte passiert ist.

01:09:24: Das ist dann sozusagen die Vorstufe von KI wie auch immer du es nennen willst, Computer basiert was auch immer.

01:09:30: aber das ist etwas.

01:09:32: also es hat mich so umgehauen und das wäre für mich mittlerweile ein komplettes Ausschlusskriterium im Hotel zu buchen wenn's diesen persönlichen Unpack nicht mehr gibt.

01:09:43: und das finde ich so schade.

01:09:45: da habe ich lieber jemanden der an einer Rezeption sitzt und vielleicht kein Bock hat aber trotzdem man ... einen menschlichen Kontakt hat und mit dem man vielleicht... Man kann ja auch der Person dadurch, dass man nett und höflich ist.

01:09:58: Vielleicht eine schöne Begegnung schaffen?

01:10:01: Das ist ja nicht immer nur in meine Richtung sondern ich kann ja was geben.

01:10:05: aber diese Anonymisierung fand ich so krass!

01:10:11: Ich weiß gar nicht wie ich drauf gekommen bin.

01:10:13: Es bei uns um Hotels geht und das irgendwie halt traurig ist.

01:10:19: Meine Frau und ich haben damals unseren ersten Urlaub in Italien gemacht, in so einem schönen großen Herrenhaus wo verschiedene Zimmer untergebracht sind.

01:10:25: Und wir haben auch dann in diesem Herrenhaus letztes Jahr geheiratet im Sommer und waren auch dieses Jahr wieder dort im Urlaub.

01:10:33: und halt eben nicht nur weil das Ambiente da so schön ist, weil natürlich Italien und Herrenhaus bewachsen alles super schön sondern da gibt es diese eine Verwalterin dieser eine Frau die Donatella und allein die als Mensch Sorgt dafür, dass wir da jedes Mal gerne wieder hinfahren.

01:10:51: Obwohl das eigentlich vor allem für einen Urlaub mit Kindern total uninteressant ist.

01:10:55: Weil du bist ein bisschen nördlich von Verona nicht weit also du bist schnell in Verona.

01:10:58: aber Städte tritt mit kleinen Kind ist super uninteressante.

01:11:03: zum See, zum Gardasee fährst eine Stunde so heißt nichts.

01:11:07: es ist nicht praktisch da zu sein Es ist nicht wie Campingplatz am Wasser und mit Kind alle super tippitoppi.

01:11:14: Trotzdem wissen wir, dass wir da auf jeden Fall vermutlich auch nächstes Jahr nochmal hinfahren.

01:11:18: Einfach weil wir so gerne da sind und diese eine Person ist halt ein großer Teil dessen was das für uns so besonders macht.

01:11:27: Das kann man nicht ersetzen.

01:11:31: Die wird man auch nie ersetzen können egal wie fortschrittlich oder soweit er das alles noch werden wird oder werden soll aber es einfach Es lässt sich aber nicht aufwiegen.

01:11:45: Ja, ein hundert Prozent!

01:11:47: Das ist ja mal durch das Schöne... dass wir durch die Fotografie vor allem wenn wir Menschen fotografieren, dass wir halt in gewisser Weise so diese besonderen Kontakte und diese besondere Momente halt uns automatisch noch selbst schaffen.

01:12:01: Ja.

01:12:01: Das ist halt irgendwie..das ist halt so die Bastion der Menschlichkeit, die uns dann noch bleibt.

01:12:09: Ah, ja.

01:12:11: Pass auf, das ist ja der Podcast bei dem es um die Geschichten hinter den Bildern geht und ich habe mir jetzt... Wir

01:12:15: haben extrem erschreckend wenig über Bilder gesprochen.

01:12:18: Ja!

01:12:18: So, ich hab' jetzt gerade entschieden dass wir den Fragenhagel weil wir dich glaube ich über das was wir besprochen haben schon sehr gut kennengelernt haben zum Glück Und der Fragenhagle ja eher an der Oberfläche kratzt.

01:12:29: Da habe ich mich überlegt.

01:12:30: Ich hatte mir auch drei Fotos aus deinem Instagram Feed rausgesucht Die wir besprechen könnten.

01:12:37: Jetzt ist es schwierig Weil wir aus allem gesagt haben so die Geschichte liegt im Auge des Betrachters und sowas.

01:12:44: Vielleicht gehen wir das etwas anders an, ich beschreibe das Foto mal und erzähle was ich daran cool finde und vielleicht kannst du sagen ja das hast du aber völlig falsch eingeschätzt oder siehst du ganz genauso?

01:12:56: Oder was auch immer du dazu sagen möchtest.

01:12:58: Pass auf!

01:12:58: Das erste Foto ist... Ich zeig dir das hier in die Kamera dann wirst Du Deine Fotos ja sowieso erkennen.

01:13:05: Der Post ist nicht verfügbar?

01:13:07: Geil!

01:13:11: Klick hier nochmal drauf.

01:13:12: Das ist das erste Foto, zeig dir das mal.

01:13:16: Du kannst es sehen mit Spiegelung?

01:13:17: Ja

01:13:18: ich sehe das.

01:13:19: Weißt welches es ist?

01:13:20: Ich war ja klar!

01:13:21: Genau.

01:13:21: also wir sehen ein Foto.

01:13:23: ihr müsst wissen... ich glaube all deine Bilder sind schwarz-weiß.

01:13:29: alle deine Bilder Sind analog.

01:13:31: Ist das alles HP fünf?

01:13:33: Das ist alles HP fünft ja.

01:13:35: Wir sehen einen Foto von einer Frau in einem Hotelzimmer, soweit so logisch bei dem Thema und dem Janis den wir hier sitzen haben.

01:13:48: Aber wir sehen im Prinzip nur die Silhouette einer Person also die Frau steht.

01:13:55: sie steht vor einem großen Hotelzimmafenster durch das man durch guckt.

01:14:03: draußen ist es Tag Fenster guckt auf ein anderes großes Gebäude, vielleicht Teil des Hotels.

01:14:14: Vielleicht einfach auch das Nebengebäude.

01:14:16: man sieht aber im Prinzip dadurch dass es ein kleines bisschen ich will nicht sagen ausgebrannt ist Aber sehr hell sieht man auch keine Details.

01:14:25: Die Person die du fotografiert hast steht mittig vor diesem Fenster.

01:14:29: Es ist so'n Fenster mit sechs Teilelementen Wahrscheinlich ein Altbau, älteres Hotelzimmer.

01:14:37: Rechts und links von dem Fenster haben wir dunkle Vorhänge.

01:14:42: Wenn ich das interpretieren würde wären es so dunkle ganz schwere Vorhinge.

01:14:48: Und die Person, die du fotografiert hast ist halt nicht erkennbar weil sie nur die Silhouette ist.

01:14:56: Man erkennt aber dass es eine Frau mit längeren Haaren ist ein bisschen von hinten Licht bekommen durch das Zimmer und im Prinzip so ein bisschen Kontur bekommen.

01:15:11: Und das finde ich das Allerschönste an diesem Bild, man sieht dass auch das Licht so ein bißchen ihren Körper formt.

01:15:20: also sowieso ja durch die Silhouette aber zum Beispiel auch so einen leichten Lichteinfall bei den Brüsten.

01:15:30: Und ich finde dieses Foto total spannend, weil es mir Raum für Fantasie gibt und ein Bild ist was sich künstlerisch ganz toll findet.

01:15:46: Sowohl von der Komposition als auch eben von der Art-und-Weise wie ihr beide das gestellt habt!

01:15:54: So jetzt du.

01:15:58: Erstmal vielen Dank.

01:16:00: Ich weiß gar nicht, was ich da noch groß zu erzählen oder ergänzen kann.

01:16:04: Was ich irgendwie da ganz schön dran finde ist... In dem Bild entsteht die Anonymität ja weniger durch das Zimmer an sich weil man von den Zimmern nicht viel sieht.

01:16:12: Das könnte auch bei ihrem Wohnzimmer sein.

01:16:15: Das erkennt man da ja gar nicht was mehr daran ist.

01:16:18: Da entsteht der Anonymität hat eher dadurch dass sie halt im Vordergrund relativ dunkel ist.

01:16:22: Man erkennt keine genauen Gesichtszüge und man konnte nicht sagen wer das genau ist.

01:16:27: Weil es hat alles sehr der dunkel ist.

01:16:32: Und das ist halt was in dem Fall dann für mich diesen Kontrast erzeugt, weil es natürlich intim ist und eine nackte Frau ist klar.

01:16:39: Aber sie ist halt anonymen finde ich.

01:16:45: aus den Gründen mag ich das auch sehr gerne.

01:16:49: Es ist ein sehr schlichtes Bild.

01:16:51: Da passiert ja nichts viel und es ist auch keine total besondere Komposition.

01:16:55: oder es bildet keine Drei Bildebenen mit Vordergrund und Hintergrund in allem drum und dran, sondern es ist relativ... Es hat wirklich super schlicht und super einfach.

01:17:04: Da ist es ja tatsächlich hauptsächlich... ...es ist fast eigentlich die Belichtung ist das was dieses Bild interessant macht.

01:17:10: Ja!

01:17:11: Wenn sie klar erkennbar wäre dann würde das Bild sehr viel von diesem vielleicht träumerischen verlieren.

01:17:18: Komplett?

01:17:19: Ja absolut.

01:17:21: ich glaube genau das ist das Thema dieses Bildes nämlich dieser Bereich, den du eigentlich nicht siehst.

01:17:32: Das zweite Bild was ich mir rausgesucht habe ist folgendes.

01:17:37: Ah ja!

01:17:38: Ja

01:17:40: das wird wahrscheinlich deine Frau sein?

01:17:45: Also wir sehen deine eine Frau in einem Bett liegend.

01:17:52: Sie hat ein schwarzes Schlaf Negligé heißt das vielleicht, weiß ich nicht oder BH an.

01:18:00: Ein schwarzen BH und sie liegt mit dem Kopf rückwärts an der Bettkante also hat ... Der Kopf hängt halt so ein bisschen über die Bettkantel hinten rüber.

01:18:12: Die Haare hängen nach unten ihre rechte Hand ist ein bisschen in den Haaren.

01:18:18: Ich total toll finde, an diesem Foto sind die verschiedenen farblichen Ebenen.

01:18:23: Wir haben zum einen Licht das durch ein Fenster reinkommt und zwar durch so Jalousien.

01:18:29: Das sind diese typischen Punkte Bereiche, die sich da dann bilden.

01:18:35: Die sind komplett über ihren Gesicht und ihren Körper Aber auch über logischerweise den rechten Bereich des Bettes noch.

01:18:45: ich find es total schön dass wir unten an dem Bett, wo ihr Kopf hängt ist es halt weiß.

01:18:52: Das wird die weiße Matratze oder das weiße Futon oder was auch immer sein.

01:18:57: von dem Bett oben drauf haben wir so ein gräulich.

01:19:00: das wird wahrscheinlich das Kopfkissen die Bettdecke sein und nach hinten sozusagen wird's halt schwarz.

01:19:06: man könnte noch erahnen dass da noch weiße oder graue Kissen liegen aber nach hinten wirds halt dunkel.

01:19:14: und das heißt also wir sehen wirklich Deine Frau als zentralen Punkt, dieses Bildes mit verschiedenen Ebenen der Graustufen und Schwarzstufen.

01:19:26: Und dieses wundervolle Licht was reinkommt, das im Prinzip gesetzt ist aber ja großer Teil dieses Bild es.

01:19:36: Punkt jetzt du!

01:19:41: Ja ich finde es natürlich ganz toll dass meine Frau den Hauptteil des Bildes Einnimmt, weil ich sie, ich meine Fotografie sie wahnsinnig gerne.

01:19:51: Also erstens weil sie natürlich meine Frau sind das eine wirklich Bedeutung hat aber auch weil extrem schöner Mensch ist so dass es natürlich sehr dankbar für mich da sich quasi immer eine Muse zuhause habe die ich missbrauchen kann wenn nicht mal wieder denke ich muss Bilder machen.

01:20:06: ja

01:20:08: Das ist irgendwie ganz witzig.

01:20:09: Weil aber das ist halt nur gesagt die ist für mich witzigt weil das Bild strahlt für mich eine extreme Ruhe aus.

01:20:19: Also von der Art und Weise, wie sie liegt und wie sie schaut.

01:20:22: Das ist wirklich so komplett Gedanken verloren.

01:20:25: also es wäre sie komplett in Gedanken irgendwo ganz ganz anders.

01:20:29: Und ich erinnere mich aber dass wir dieses Bild kurz... Wir haben das Bild halt gemacht Währenddessen unser Sohn halt kurz zum Duplo spielen ins Ankleidezimmer geschickt wurde weil er sonst den ganzen übers Bett gekrabbelt ist.

01:20:41: Auch da wieder eine Kontraste finde ich total faszinierend.

01:20:44: In dem Fall ist für mich der rein persönliche Kontrast Die Ruhe, dieses Bild ausstrahlt mit der Situation in der das Bild entstanden ist nämlich mein Sohn, der immer irgendwie so ein bisschen halb aus dem Bild zerren musste.

01:20:53: Da man überhaupt irgendwas hinbekommt.

01:20:57: Genau!

01:20:58: Ist das was es für mich ausmacht und natürlich meine Frau zu fotografieren immer etwas ganz Besonderes hat.

01:21:06: bevor sie mich kennengelernt hat, hat sie das nicht gemacht um im Modell zu stehen.

01:21:11: Das ist dann eine Sache die wir beide miteinander ausprobiert und erprobt haben.

01:21:19: Voll schön!

01:21:21: Ist für mich deswegen natürlich auch eine besonders schöne Bedeutung, weil das ist halt natürlich ein sehr dankbar dafür dass wir da so ne Leidenschaft haben die wir miteinander teilen können.

01:21:32: es ist keine Selbstverständlichkeit dass es so ist aber ich bin sehr dank bei dafür dass wieder halt irgendwie besondere Dinge zusammen erleben können wie halt eben diesen einen Hotelaufenthalt von dem ich eben gesprochen habe aber einfach ganz kleine Momente wie natürlich auch ein Stück weit so unser Leben festhalten.

01:21:51: Auch wenn das jetzt kein klassisches Familienbild ist, was ich natürlich auch total viel mache.

01:21:58: Aber trotzdem erinnert es allen halt immer an die Situation in der man da gerade war und das ist halt für mich sehr schön.

01:22:04: Ja voll schön!

01:22:06: Ein Foto habe ich noch?

01:22:08: Zeigst du dir mal kurz?

01:22:10: Ah ja,

01:22:12: genau... Ich beschreib's mal wieder, wir sehen logischerweise ein Hotelzimmer.

01:22:18: Diesmal sehen wir etwas mehr vom Hotel.

01:22:21: Wir sehen einen Bett in dem eine Frau liegt ich schätze sie ist bis auf ein Handtuch um die Intimstellen nackt.

01:22:34: der rechte Teil es ist ein Doppelbett.

01:22:36: der rechten Teil des Bettes ist mehr oder weniger unbenutzt das Kopfkissen auf jeden Fall ist noch komplett gerade, aber ihr Bereich des Bettes ist schon so ein bisschen used.

01:22:48: Das heißt man könnte sagen entweder es hat eine Szene wenn wir jetzt in Szenen und Geschichten denken am Morgen oder kurz vorm Schlafen gehen.

01:22:58: Wir sehen rechts vom Bett ist wieder ein Betschrank, so einen Schränkchen auf den man seine Sachen ablegen kann.

01:23:08: im Hintergrund Direkt sieht man so eine Holz vertäfelte Wand, schätze ich mal.

01:23:15: Im Anschnitt leicht zu erkennen ist da noch hinter dem Licht der Lampe könnte ein Bild an der Wand hängen.

01:23:21: aber ansonsten ist dieses Foto eigentlich genau das was du vorhin auch schonmal gesagt hast im Prinzip diese komplette Anonymisierung.

01:23:30: also wir haben keine persönlichen Sachen.

01:23:32: auf diesem Schränkchen liegt nichts kein kein Handy, keine Brille, keinen Buch.

01:23:37: Keine Blumen!

01:23:38: Kein Garnix... Im Prinzip ist es genau ein Hotelzimmer in das man reingeht und am nächsten Tag im Zweifelsal wieder rausgeht.

01:23:47: Die Frau die du fotografierst hat dunkle schwarze Locken was ich an diesem Foto auch cool finde weil's irgendwie nochmal so diesen Schwarz-Weiß Kontrast verstärkt Und sie liegt dort mit dem einen Bein über der Decke total entspannt und zündet sich gerade eine Zigarette an.

01:24:09: Jetzt ist natürlich die Frage, wenn man in ein Hotelzimmer geht das ist das erste was man immer sieht Rauchen verboten.

01:24:16: Deshalb ist es hier für mich auch so'n bisschen dieses Rebell.

01:24:20: Wir machen das einfach Thema.

01:24:23: Ich weiß jetzt nicht ob ihr Das Risiko eingegangen seid dort den Feuermelder irgendwie zu frequentieren.

01:24:31: Es verbindet so'ne Erotische, ästhetische Ebene zwischen der Frau die dort sich – ich will nicht sagen räkelt aber die dort liegt mit dem Bereich das man sagen kann sie trägt nur dieses eine Handtuch und dann auch dieses Pseudoerotische des Rauchens was wir ja alle Fotografen ja auch immer irgendwie ganz spannend finden weil es einen gewissen Teil von Ästhetik irgendwie mit sich bringt.

01:25:01: Genau!

01:25:02: Das ist das dritte Foto, was ich ausgesucht habe.

01:25:04: Auf dem Bild ist Jolie abgebildet... Aus Tokio?

01:25:11: Ist sie...?

01:25:12: Nicht aus Tokio, sie ist gerade in Tokio unterwegs und die mittlerweile... Also damals, als Sie fotografiert haben, waren Modellen glaube ich noch nicht Hauptjob, aber ich glaube mittlerweile macht sie das tatsächlich hauptberuflich und ist auf jeden Fall deswegen gerade unterwegs.

01:25:29: Ich mag es natürlich auch sehr gerne, dass dieses Bild also diese Attitüde die sie hat ist halt das was ich total geil finde in diesem Bild.

01:25:37: Also es ist wirklich alles an diesem Bild sagt Fuck it!

01:25:42: Die Körperhaltung sagt das.

01:25:44: der Gesichtsausdruck-Darktas Diese Lässigkeit mit der Sie dieser mittlerweile ja sehr verbotene Sache tun nämlich sich ein Zigaretter anzustecken tut es alles an diesen Bild sagt ey ich mach mein Ding und es ist mir scheißegal Das geht mir total gut damit.

01:26:02: Die schaut auch nicht in die Kamera, das ist auch eine Sache, die finde ich sehr dabei hilft.

01:26:07: Dieses... das ist halt wirklich eins von diesen Bildern was so ein total voyeuristischen Touch hat weil das so wirkt als würde sie den Menschen der sie fotografiert gar nicht wahrnehmen.

01:26:19: im Vergleich jetzt zum ersten Bild über das wir gesprochen haben da es sehr klar diese Person steht vor diesem Fenster und hat natürlich auch ne Körperhaltung Warum sollte sie sich sonst einfach so nackt vor das Fenster stellen?

01:26:31: Da weiß man schon, dass da irgendwie was inszeniert ist.

01:26:36: Aber hier wirkt es so... Die könnte auch einfach im Bett liegen ohne, dass ein Fotograf dabei wäre und deswegen wirkt das Bild für mich als wär's gar nicht fotografiert worden, sondern wär' einfach da!

01:26:49: Das ist das, was es halt für mich ... Besonders macht abgesehen davon natürlich, dass ihr ganzer look da auch perfekt

01:26:59: passt.

01:26:59: Ja voll und das finde ich so schön.

01:27:02: also Ich habe diese drei bilder ausgewählt natürlich auch bewusst weil ich gedacht habe die sind für mich So unterschiedlich aber unter dem cover hotel stories dann doch irgendwie Gleich aber eben vom gefühl was du damit Transportier ist so unterschiedlich, dass das ein Teil des großen Facetten-Reichtums den du mit Hotelstories sozusagen darlegst zeigt.

01:27:28: Also wir könnten jetzt noch über mit Sicherheit fünfzehn, zwanzig andere Bilder sprechen die ganz andere Dinge transportieren und ganz anders fotografiert und wahrnehmbar sind aber auch immer im Auge des Betrachters wahrscheinlich anders interpretiert werden können.

01:27:47: Ja, auf jeden Fall.

01:27:47: Also das ist ... Hängt ja wirklich auch immer wie gesagt, was ich eben meinte.

01:27:52: Das ist die Person... Es ist das Zimmer und es ist das Licht, was für mich entscheidet, was sich damit tue.

01:28:01: In dem Fall zum Beispiel die Sonne war schon untergegangen Wir hatten nur noch das Licht im Hotelzimmer.

01:28:07: Deckenlicht macht man ja nie an weil sieht immer furchtbar aus.

01:28:09: also haben wir einfach so eine Funzel an der Seite angemacht Und dass alleine gibt den Zimmer natürlich so ne Abendstimmung und abends im Hotelzimmer alleine.

01:28:19: Das hat halt, also das weiß ja auch jeder der schon mal in einem Hotel selbst übernachtet hat, auch alleine.

01:28:26: Es ist halt irgendwie einfach... Das ist irgendwie was Besonderes, weil man so sich ist aber es ist eine absolute Momentaufnahme.

01:28:35: bei dem Hotel bleibt man ja, da geht man rein um dann wieder zu gehen.

01:28:38: Ja finde ich halt eigentlich Wenn ich halt.

01:28:42: einfach schön und ist auch toll, dass man irgendwie obwohl das das Thema ja so.

01:28:47: So eng isst hauen hotelzimmern finde ich es so schön, dass wir da trotzdem ganz ganz unterschiedliche aspekte irgendwie reinbringen kann.

01:28:57: Das passt trotzdem zusammen.

01:28:58: Es ist ja immer das merken wir auch alle die sind bei dem podcast selten so technik talk aber es ist ja doch oft so je weniger wir jetzt zur Verfügung stehen haben, dass zum Beispiel an fotografischem Equipment eine Kamera ein Objektiv

01:29:13: z.B.,

01:29:13: nur das Zwingt einen dazu erfinderisch zu werden manchmal und auf Dinge anders zu achten.

01:29:24: Und so ist es halt bei diesem Hotelzimmer-Thema genauso.

01:29:27: wenn ich weiß, ich fotografiere immer nur in Hotelzimmern, immer nur Frauen in Hotelzemmern, dann suche ich mir natürlich auch das an Unterschiede in New Yorksen was dieses beengtes Szenario halt zu bieten hat.

01:29:42: Und dann achtet man vielleicht auch bisschen mehr auf die feinen Unterschiede und schafft seit dem besten Fall, wenn man Glück hat und alles zusammenpasst, dann wir auch Bilder zu kreieren, die halt ähnlich und doch komplett unterschiedlich sind.

01:29:56: Voll schön!

01:29:57: Janis ich finde das ist ein gutes schönes Schlusswort.

01:30:00: Ich wünsche dir dass du noch viele weitere unterschiedliche Momente unterschiedliche Fotos in tollen hoffentlich nicht Anonymen Hotels Mars, wo irgendwelche Mitarbeitenden rausgestrichen werden.

01:30:21: Es war ein ganz cooles Gespräch, ganz tolles, ganz toller Podcast mit dir hat mich sehr gefreut und erinnert das an unser Kameradieler-Gespräch so vom Vibe und Niveau auch wenn wir nicht direkt nebeneinander saßen.

01:30:37: Vielen Dank!

01:30:39: Ich fand es auch sehr schön.

01:30:41: Es hat sich ganz anders entwickelt, als ich vorher gedacht hätte.

01:30:43: Aber das ist ja das allerbeste was einem passieren kann.

01:30:46: eigentlich wenn man komplett abweicht von seinem Plan dann sind es immer die besten Gespräche und ist irgendwie auch... Ist nicht ganz schön!

01:30:52: Ich musste gar nicht davon erzählen wie ich Hellerspift auf Dauerschleife gehört habe während ich die Texte für das Buch geschrieben hab.

01:30:58: Das ist aber auch ganz nett weil so kann jeder der sich das vielleicht mal anguckt dann selbst darüber nachdenken wie viel von den Texten Wahrheit und Wirklichkeit ist so wie viel nur ausgedachter.

01:31:09: es kapismus weil wir das gar nicht verraten haben Ist aber auch gut dass dann bleibt die magie ein bisschen erhalten.

01:31:14: So

01:31:15: genau wenn ihr Die arbeit von jannis sehen wollt, wir werden alles in die show notes parken.

01:31:21: jetzt hast du noch mal ganz kurz zeit Werbung für dich zu machen was man wo noch kaufen kann wie man dich unterstützen kann damit Das auch vielleicht irgendwie Sinn und Zweck hat dass die leute Deine Arbeit noch mal ein bisschen intensiver betrachten können als nur in Anfang Strichen dein Instagram Feed oder deine Homepage.

01:31:42: Wobei die Homepage ist tatsächlich der beste Ort, weil da alles zusammenläuft.

01:31:46: auf dieser Homepage mit dem sehr schwierigen Titel Janismath.com Ist halt alles verlinkt!

01:31:53: Da ist mein Portfolio, da ist mein Podcast verlinkend, da is' mein Buch verlinked.

01:31:58: Also darüber kommt man auf Alles was ich so mache.

01:32:04: Genau, und falls jemand in die Lust hat sich das Buch.

01:32:09: Anzuschauen klar soll er machen.

01:32:12: wenn jemand dabei ist der sagt hey ich finde das buch total toll aber ich kann mir die sechzig Euro nicht leisten weil ich bin still und habe kein Geld dann soll er mich schreiben.

01:32:18: man findet immer Mittel und Wege da irgendwas möglich zu machen.

01:32:21: daran soll es.

01:32:22: daran solls nie scheitern.

01:32:24: Ja das war's auch schon.

01:32:25: viel mehr Eigenwerbung will ich auch gar nicht machen.

01:32:28: Deine Bilder sprechen für dich als Werbung.

01:32:31: Das war Episode onehundertdreißig, schön dass ihr da draußen zugehört habt.

01:32:37: Nimmt euch Gas das was ihr braucht als Inspiration aus dieser Folge.

01:32:43: Vielleicht habt ihr Ideenansätze die ihr ähnlich verfolgt, Projekte die ihr macht.

01:32:48: lasst uns gerne davon wissen.

01:32:50: schreibt uns eine Direct Message, dass wir auch eure Geschichten hören wenn ihr Bock habt.

01:32:56: das sage ich natürlich immer.

01:32:58: Teilt diese Story gerne mit euren Fotografinnen, Kollegen oder in der Insta-Story.

01:33:03: Oder bei WhatsApp oder was auch immer!

01:33:05: Wir machen das für euch und freuen uns wenn mehr Leute von uns hören... Das war's!

01:33:13: Janis dir ein schönes Wochenende, einen schönen Tag, gute Genesung mit deinem Kreuzbandriss und ich hoffe wir sehen uns in Köln irgendwann dem nächsten Mal wieder persönlich?

01:33:25: Oder vielleicht mal im Hotel.

01:33:27: Damit meine ich nicht, dass du mich fotografieren sollst.

01:33:30: Ich dachte das wäre ein Angebot!

01:33:33: Du fotografierst ja keine Männer offensichtlich?

01:33:36: Ja, darüber könnte man noch lange sprechen warum das so ist und ob man das vielleicht mal ändern sollte und warum die Frauen bei mir in der Regel normschön sind und ob das gesellschaftlich schwierig ist oder nicht.

01:33:47: aber das ist genug Stoff für einen Andermal.

01:33:51: Das ist doch ein guter Hinweis denn dann machen wir nochmal eine zweite Runde mit dem Thema Sehr schön.

01:33:57: Ihr lieben da draußen, geht raus macht schöne Fotos und vielen Dank dass ihr zugehört habt.

01:34:01: das war Episode onehundertdreißig.

01:34:04: bis ganz bald Glück auf.